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Sammlung kritischer Texte über das Lectorium Rosicrucianum
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'Wir führen eine wohlerwogene, methodische Pilgerfahrt durch. Wir wollen nicht mehr sterben und wir wollen nicht leben. Wir wollen nirgends mehr gefunden werden, in keiner einzigen Sphäre dieser Naturordnung. (…) Wir haben diese Natur als eine ''Natur des Todes'' befunden. Und wir verlangten nicht danach, mit den Seligen vor dem Thron zu jauchzen; und auch nicht, danach zu eifern, diesen verfluchten Ort annehmbar zu machen, auf welche Weise auch immer. (...) Also waren wir verpflichtet, objektiv und nicht nach Anleitung von Autoritäten das Tao des Altertums zu ergründen…'' (Rijckenborgh,de Petri , Die Chinesische Gnosis S.146)
Die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes – Lectorium Rosicrucianum ist eine Neue Religiöse Bewegung mit Hauptsitz in Haarlem, Niederlande. Sie ging 1935 aus einer niederländischen Gruppe der Rosicrucian Fellowship hervor und beruft sich auf die Tradition der Rosenkreuzer. Als Gründer wurde Jan Leene (1896–1968) angesehen, der sich später Jan van Rijckenborgh nannte, sowie sein Bruder Zwier Willem Leene (1892–1938) und Henriette Stok-Huyser (1902–1990), die später den Namen Catharose de Petri trug.
Das Lectorium Rosicrucianum ist inhaltlich ein okkulter, sexualmagischer Geheimorden, der zu den neugnostisch-spiritistischen Gruppierungen gezählt wird.[* 1][1] Seit 26. Mai 1955 ist das Lectorium Rosicrucianum im deutschen Vereinsregister alsInternationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes Lectorium Rosicrucianum e. V. eingetragen (Niedersachsen, Amtsgericht Hannover VR 3260). Um das Lectorium Rosicrucianum (L.R.) rankt sich ein Geflecht von verschiedeneneuropäischen Stiftungen, Buchverlagen und Nebenorganisationen die zum Teil das L.R.-Logo (Kreis, Dreieck, Viereck) benutzen und oft die Bezeichnung Lectorium Rosicrucianum im Namen verwenden. Bei der im März 2007 angegliedertenStiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts, die von L.R.-Mitgliedern gemanagt wird, ist die sehr enge Verzahnung mit dem L.R. für Außenstehende schwer zu erkennen.
Das Lectorium Rosicrucianum (L.R.) wird zu den neugnostischen, spiritistischen Gruppierungen gezählt und vertritt eine Weltanschauung mit synkretistischen Zügen. Zu den okkulten Neugnostikern werden alle Gruppierungen, teils auch Sekten, gezählt, die sich in neuerer Zeit gebildet haben und ihren Ursprung (angeblich) auf die sogenannte Gnosis zurückführen. Zuweilen wird der Begriff Gnosis benutzt, ohne dass überhaupt ein Zusammenhang mit der Gnosis vorhanden oder erkennbar wäre.- Laut Friedrich Wilhelm Haack zählt der Spiritismus zur bedeutendsten synkretistischen Religion der Neuzeit und ist damit Erbe und Nachfolger der antiken Gnosis: „Zu den neugnostisch-spiritistischen Gruppierungen aber müssen schon die Rosenkreuzer des Lectorium Rosicrucianum (L.R.) gerechnet werden.“[2][* 2]
Das Lectorium Rosicrucianum versteht sich selbst ganz explizit als neu-gnostische Gruppierung, was auch an den Selbstbezeichnungen „junge gnostische Bruderschaft“ und „junge Gnosis“ zu erkennen ist.[3]
Der Buchautor Peter-Robert König hat die libertinistische und asketische Gnosis der OTO-Gruppen verglichen und einander gegenübergestellt. Die von ihm vorgestellten Neu-Gnostischen Organisationen reichen vom OTO zur Fraternitas Rosicruciana Antiqua (F.R.A.), streifen Theosophie, Hermetic Brotherhood of Light, AMORC und AAORRAC und geben sogar dem verwandten Lectorium Rosicrucianum Gelegenheit, sich zu asketischer und libertinistischer Sexualmagie zu äußern. Die Gemeinsamkeit all dieser heutigen Gruppen sieht er darin, dass es sich bei Ihnen um im ethnologischen Untergrund wirkende Organisationen handelt, die Erlösung im Wohnzimmer-Tempel suchen.[4]
Der Autor Rüdiger Hauth stellt fest, dass das Lectorium Rosicrucianum den christlichen Kirchen und der Theologie keine Existenzberechtigung zuerkennt: Kirchen, Christen und Pastoren gehören zur „dialektischen“ bösen Welt und können den suchenden Menschen nichts bieten, weil es sich bei ihrer Theologie um reine Spekulation, Täuschung und luziferischen Betrug handelt, da Pastoren in Sälen und Kirchengebäuden mit „religiöser Naturmagie“ arbeiten, um die Gläubigen dauerhaft an den Gott der Natur zu binden.[5] Hierzu ist anzumerken, dass das Wort „Dialektik“ im Lectorium Rosicrucianum redefiniert wurde, und dieser Begriff ziemlich wahllos für andere, in der Regel negativ konnotierte, Begriffsinhalte verwendet wird, die mit der eigentlichen Bedeutung des Wortes, nämlich der „Kunst der Unterredung“, nichts gemeinsam haben. Teilweise wird das Wort „dialektisch“ im L.R. für „irdisch“ verwendet. Mit „Rad der Dialektik“ ist im Lectorium Rosicrucianum der Kreislauf von Geburt, Tod und Reinkarnation gemeint.[* 3]
Max Heindel gründete 1909 die Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship
Das Lectorium Rosicrucianum wurde von Zwier Willem Leene zirka 1936 gegründet. Nach dessen Tod ging die Leitung an seinen Bruder Jan Leene (Pseudonym: Jan van Rijckenborgh) über. Beide waren vor der Gründung Mitglied in der Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship von Max Heindel. Sie waren dort jedoch keine Rosenkreuzer geworden, da sie weder die kleinen noch die großen Einweihungen empfangen hatten, und nur den untersten Grad des Novizen’ (= Neuaufgenommene) erreicht hatten. Trotzdem versuchten die Leene-Brüder 1935, ohne ein Mandat die Leitung der Rosicrucian Fellowship zu übernehmen. Da die feindliche Übernahme scheiterte, wurden die beiden von der Leitung des internationalen Hauptquartiers der Rosicrucian Fellowship zu unerwünschten Personen erklärt. Da die beiden Leene-Brüder zukünftig kein rosenkreuzerisches Gedankengut zu vertreten hatten, sie sich jedoch berufen fühlten Nichtgläubigen und Andersgläubigen eine Botschaft zu verkünden, suchten sie eine neue missionierende Religion, die sie im Jahr 1936 zunächst im Manichäismus fanden.
1924 wurde Jan Leene Mitglied in derRosicrucian Fellowship
17. Dezember 1915 („Der kommende Neue Mensch“, Haarlem 1954, S.173),
24. August 1924 (Titelseite des L.R.-Gebetbuches „Rosa Mystica“),
1924 („Die Gnosis in aktueller Offenbarung“, Haarlem 1956, S.18),
1924, 1925 und 1935 („Elementare Philosophie des modernen Rosenkreuzes“, Haarlem 1955 u. 1970, S. 246/247, S.252).
Historisch belegbar scheint jedoch nur das Jahr 1936 zu sein, denn Frau Heindel, die Ehefrau von Max Heindel, beklagte sich in einem internationalen Rundbrief vom 1. November 1935 über die Abtrünnigkeit der niederländischen Studiengruppe, die Gelder für einen eigenen Tempel sammle, illegal Schwarzdrucke von Heindel-Büchern ohne Genehmigung drucken ließ und Spendengelder zurückhielt.[* 4]
Im April/Mai 1924 schlossen sich die Brüder Jan und Zwier Willem Leene aus Haarlem einer Amsterdamer Studiengruppe der von Max Heindel gegründeten Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) an.
Im Dezember 1929 musste sich die Leiterin dieser Amsterdamer Studiengruppe Frau van Warendorp im Krankenhaus behandeln lassen. Während dieser Zeit übernahmen die Brüder Jan und Zwier Willem Leene ihre Vertretung. Nach ihrer Genesung und Rückkehr verweigerten die Brüder Leene die Rückgabe der Leitung an Frau van Warendorp. Der Führungswechsel wurde jedoch von Frau Heindel im Hauptquartier der Rosicrucian Fellowship in Oceanside U.S.A. genehmigt.
1933 wurde die Max Heindel-Stiftung ins Leben gerufen, um Geld zum Erwerb der von der Heindel-Gemeinschaft genutzten Immoblien in Holland zu sammeln.
Am 27. März 1935 versuchten die Brüder Jan und Zwier Willem Leene, die Leitung des Weltwerks der Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) an sich zu reißen, indem sie Adressen von über die ganze Welt verteilten Rosicrucian Fellowship- Ortsgruppen und Studenten anschrieben, um mitzuteilen, dass sie angeblich von einem unsichtbaren „Orden vom Rosenkreuz“ beauftragt wurden, die internationale Fellowship vor dem Untergang zu retten. Man suggerierte weltweit den Schülern und Prüflingen der Rosicrucian Fellowship, dass es sich für sie gehört, sich ohne zu zögern der holländischen aufrührerischen Gruppe anzuschließen. Die Leenes behaupteten, sie hätten die Führung der esoterischen Arbeit des Weltwerkes der Rosicrucian Fellowship, vorläufig in den Niederlanden konzentriert, und baten um Geldspenden.
Portrait Jakob Böhmes aus Theosophia Revelata (1730)
Am 1. November 1935 konterte Frau Heindl von der Zentrale in Oceanside erfolgreich den Okkupationsversuch der Leene-Brüder, indem sie ihren Mitgliedern weltweit mitteilte, dass eine nicht autorisierte holländische Splittergruppe aus offensichtlich kommerziellen Gründen versucht, die Leitung der Rosicrucian Fellowship zu übernehmen, heimlich und ohne Erlaubnis die urheberrechtlich geschützten Heindel-Bücher in holländischer Sprache nachdrucken lässt, und den urheberrechtlich geschützten Namen und das Emblem der Fellowship, ohne Einwilligung des Aufsichtsrates des Internationalen Hauptquartiers der Rosicrucian Fellowship in Oceanside, Kalifornien, benutzt.[6][7]
1936 gaben die Leene-Brüder ihrer Studiengruppe den Namen „Manichäer-Orden“. Der Manichäismus war eine okkulte Strömung, die die Welt als Schauplatz eines Kampfes zwischen „Gut“ und „Böse“ betrachtete. Die guten Elemente (Götter/Engel) bekämpfen die bösen Elemente (Götter/Dämonen). In diesem Konzept hat jeder Mensch die Wahl, sich entweder für die gute oder die böse Seite zu entscheiden. Ein solcher Dualismus steht allerdings im Widerspruch zu einem konsequent verstandenen Monotheismus: Ist Gott die einzige Ursache der Welt, kann daneben keine zweite (böse) Macht als eigenständig gedacht werden. Im dogmatischen System christlicher Lehre wurde das Böse daher Gott immer untergeordnet (etwa als gefallener Engel, der nur mit Gottes Zulassung agieren könne). Die Ambivalenz dieser Vorstellung illustriert bereits die biblische Erzählung wie das Böse nach der Schöpfung in die Welt kam (Gen 3).
1938 führten die Leene-Brüder jedoch immer noch die alte Heindel-Bezeichnung ‚Rozenkruisers Genootschap’ (= Rosenkreuzer-Genossenschaft) und Max Heindel Stichting’ (= Stiftung).[* 4]
Am 17. Juli 1938 starb der L.R. Gründer Zwier Willem Leene.
Seine ersten Schriften verfasste Jan Leene unter dem Pseudonym John Twine. Dann legte er sich den Künstlernamen Jan van Rijckenborgh zu.
1941 legt Jan Leene den Namen „Rosenkreuz“ für seine Studiengruppe ab, da er das rosenkreuzlerische Gedankengut Max Heindels nicht mehr vertrat und benannte seine Gruppe in „Jakob-Böhme-Gesellschaft“ um.
Der Name „Jakob-Böhme-Gesellschaft“ war jedoch etwas unglücklich gewählt, denn Jakob Böhme setzte sich stets für ein Christentum ohne streng hierarchisch aufgebaute Organisationskader ein, wie sie in vielen Sekten, Kirchen und im Lectorium Rosicrucianum üblich sind, weil sonst die Nähe des Menschen zur göttlichen Vorstellung von seiner Stellung innerhalb der Hierarchie abhängig sei. Böhme vertrat die Ansicht, dass es sich bei dem zu seiner Zeit von religiösen Sekten vertretenen Gedankengut um „Babel und Fabel“ handelte. Für Böhme zählte nur die Erkenntnis aus erster Hand, weshalb er verkündete, dass ein Christ keine Sekte oder Kirche braucht, weil es sich nach seiner Erfahrung bei den Leitern der Sekten um Zauberer und heidnische Magier handelte, die jeweils bestrebt waren, Christus an ihre bildliche Meinung zu binden.[* 5] (Lukas 17, 20-21)
Der Offizier der Waffen-SS Otto Skorzeny traf sich am 16. März 1944 mit Antonin Gadal + seiner Sekte am Montsegur anläßlich des 700-jährigen Gedenktages der Montsegur-Niederlage!
"Vor der Machtübernahme schrieb ich im Ausland, nach mehrjähriger Abwesenheit von Deutschland und ohne über den politischen Weg sowie die weltanschaulichen Ziele der N.S.D.A.P. einwandfrei unterrichtet worden zu sein, ein Buch und Aufsätze, die heute als nationalsozialistisches Gedankengut gelten und die auch meine Berufung in den Stab des Reichsführer SS gezeitigt haben." ( Otto Rahn)
Antonin Gadals Schüler Otto Rahn gehörte zum „Persönlichen Stab Reichsführer RFSS“ und unterstand SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff der zum Chef des „Persönlichen Stabes Reichsführer-SS“ und „Verbindungsoffizier der SS zu Hitler“ avancierte. Rahns Buch "Kreuzzug gegen den Gral" entstand gewissermaßen unter der „Schirmherrschaft" des späteren Kirchenoberhauptes des „Lectorium Rosicrucianum“ dem Patriarchen Antonin Gadal: Dieses Buch wurde fester Bestandteil des esoterischen Nazidenkens. Es fand eine völlige Vereinnahmung der Katharer durch die Ideologen des Nazi-Regimes statt und der Gadal Schüler Rahn machte in Folge eine Blitzkarrieren zum SS-Obersturmführer. Otto Rahns 2. Buch "Luzifers Hofgesind" war dann auch gar nicht mehr so sehr harmlos.
In
der franz. Fachliteratur findet man, dass der von Antonin Gadal
gegründete Geheimbund „Fraternité
des Polaires“ dieselbe Adresse in Paris hatte,
wie die Geschäftsstelle derTheosophische
Gesellschaft in
Paris. (Avenue Rapp). Die Begründerin
der Theosophie Madame Blavatsky begründete
die Wurzelrassenlehre deren Terminologie in ihrem Buch „Die
Geheimlehre“ rassistisches Gedankengut enthält, was diese Doktrin
für die Rassenideologien der Nazis „kompatibel und anschlussfähig“
machte. Der Historiker Eduard Gugenberger wird in einem
Dokumentarfilm des ORF über die okkulten Wurzeln des Rassismus mit
den Worten zitiert: „Die Wurzelrassenlehre der Theosophie ist ein
rassistisches Denkgebäude, das der Menschheit aufzeigt, wie sie sich
in Rassen, von niederen zu immer höheren Stadien entwickelt hat, mit
der arischen Rasse als höchster Entwicklungsstufe, wobei die
niederen Rassen dazu verdammt sind, nach und nach abzusterben, zum
Wohle eben der höheren Rasse. Dieses Ideengebäude wurde später von
der Ariosophie,
von Lanz
Liebenfels undGuido
von List,
aufgegriffen und sehr stark auf das Germanentum, auf die
Ariergläubigkeit der Zeit umgemünzt.“ Zitiert nach Petrus van der
Let: Bedenkliche Ansichten Rudolf Steiners über Rassen, in: Tangram
Nr. 6 (Bulletin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR,
Bern), vorgehalten auf: www.akdh.net.
Das Lectorium Rosicrucianum nannte sich früher: "Manichäer-Bund". Damit wollte J.v.R. seine Verbundenheit und Identifikation mit der vor Angst und Todesvisionen zitternden Gnosis, der manichäischen Gnosis zum Ausdruck bringen. Auch seitens der neuen Gnosis der Theosophie aus dessen Quellen das Lectorium trinkt schwappt Antisemitismus heran, so äusserte sich Blavatsky abfällig über Kirche und die Juden und Alice Bailey galt als glühende Hitleranhängerin. Daher ist wohl auch die "moderne" Gnosis ist von Antisemitismus durchsetzt. (Vgl. hierzu etwa Brumlik: "Die Gnostiker" 285ff) Das LR nennt sich Junge Gnosis und die Gruppe um Rijckenborgh bekannte sich bereits vor dem II. Weltkrieg in sehr radikaler Weise zum weltabweisenden Manichäismus, der den weltzugewandten Religionen die auf dem Judentum beruhen, stark entgegengesetz ist.
Hitler et la Tradition Cathare(Jean-Michel Angebert)
Professor Joscelyn Godwin identifiziert Otto Rahn, den Schüler des LR-Gründers und LR-Patriarchen als den Hauptverantwortlichen für das Entstehen des mythologischen Nazi-Komplexes, in dem die Katharer und deren Burg Montségur mit dem Heiligen Gral und dessen Burg assoziiert werden. Rijckenborgh übernahm diesen von Gadal erfundenen mythologischen Komplex aus dem NS-Mystizismus und den Rezeptionsstrang Katharer – Gral – Tibet und den Shambala-Mythos wie ihn der SS-Obersturmführer Rahn in seinem Buch Kreuzzug gegen den Gral darstellte und bezeichnete sich als gnostisch Auserwählten und sich und Teile seine Anhänger als freiwillig inkarnierte Katharer. In makabrer Weise realisierte sich fast zeitgleich auch in der Person Adolf Hitlers das uralte Ideal des gnostischen Auserwählten. Die Parallelen beider Charaktere sind verblüffend:
Weltverschlossen und allen Freuden entsagend, sich und alles Fleischliche entsagend, war ihnen die gesamte Welt zu einem gigantischen Kriegsschauplatz geworden, auf dem nur sie und eine kleine eingeweihte Minderheit (bei Hitler die Totenkopf-SS-Verbände bei JvR die Inneren LR-Kader) vom Vater der Größe zu Gralsrittern bestellt wären, um jetzt, (beide sprachen von einer Zeitenwende) die Weltgeschichte in einem Weltenbrand in ein tausendjähriges Reich zu führen, während dem sich dann der Aufstieg ins Licht des kommenden neuen Menschen vollziehen würde.
Hitler soll in der Tat etwas von einem vollendeten Katharer (Parfait) gehabt haben, der (so eine Frau vor einem mittelalterlichen Inquisitionsgericht) …einem Monster gleich, steif und unbeweglich wie ein Klotz auf seinem Stuhle sitzend die Anbetung der Glaubenden entgegennahm. (siehe Ignaz Döllinger: "Beiträge zur Sektengeschichte des Mittelalters." II 34; vgl. I 239)
Das Lectorium Rosicrucianum vertritt die Ansicht, dass nach 700 Jahren (seit 1944) "der Lorbeer wieder blühe" weil mit dem Untergang der Katharer mit dem Fall der letzten Katharer-Festung Montsegur im Jahre 1244 nun gemäß eines fiktiven okkulten 700 Jahre währenden Rhytmus die Menschheit wieder eine neue Chance der Befreiung durch das LR erhalte. Hitlers religiöse Überzeugungen stehen denen des LR u.a. in diesem Punkte sehr nahe, denn Hitler berichtete Rauschning (in: "Gespräche mit Hitler"): "Es ist die Befreiung des Menschen, die, seiner Lehre nach, alle 700 Jahre eine Stufe fortschreitet." Hitler ließ die Festungsruine Montsegur, die im LR zur Einweihungsstätte der vorangegangenen Katharerbruderschaft hochstilisiert wurde, (im nicht besetzten Teil Frankreichs!) im Jahre 1944 fast ein Jahr lang komplett absperren und untersuchen.
Das Lectorium Rosicrucianum lehrt das: „...die Reinkarnation eines neuen Geistfunkens stattfindet, was gemäß der Doktrin des Lectorium Rosicrucianum in Abständen von etwa 700 Jahren geschieht.“ In Miers Lexikon steht, dass Shamballa im Lectorium Rosicrucianum gemäß Rijckenborgh als das neue „Lebensfeld“ angesehen wird ... aber dass die Geschichte von Shamballa zuvor schon in der Thule-Gesellschaft eine Rolle spielte, zu deren Mitgliedern auch Hitler, dessen Leibarzt Morell, Himmler und Göring gehört haben sollen! Zur Bedeutung der Thule-Gesellschaft schreibt der Historiker Nicholas Goodrick-Clarke in die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus (2004):„Aufgrund ihrer Propaganda und ihrer konterrevolutionären Tätigkeit, aber auch wegen des Märtyrertodes der Geiseln spielten die ‚Thule-Gesellschaft‘ und der ‚Germanenorden‘ eine bedeutende Rolle beim Entstehen einer aufgeheizten und emotionsgeladenen Atmosphäre, in der extreme Bewegungen wie der Nationalsozialismus gedeihen konnten.“ Zu den Thulegästen gehörten gemäß Goodrick-Clarke u.a.: Gottfried Feder, Alfred Rosenberg, Dietrich Eckart und Rudolf Heß , die alle in der NSDAP eine führende Rolle spielten. Hitler war von ähnlich Johanneischer Materie- und Leibfeindlichkeit beseelt wie der Lectorium Rosicrucianum-Gründer, und beide wollten als vergeistigte, vegetarische Reinheitsfanatiker den kommenden neuen Menschen erschaffen.
Es gibt ein Buch, dass zeigt wie auch Hitler in der Tradition der Katharer stand: „Hitler et la Tradition Cathare“ . Der Gnostiker und "Gralsritter" Hitler war mit seinem Katharer-Bezug dem gnostischen Erben der Katharer Rijckenborgh, der sich auch dem Gral verbunden sah, also ebenbürtig und eigentlich sogar voraus, denn Rijckenborgh trat dieses Katharer-Erbe erst 1953 an. Da hatten Hitler und Himmler längst "Endura" verübt. Himmler ging gar soweit, als geheime Kommandosache Expeditionen nach Südfrankreich zu entsenden, die dort im Gebiet der Katharer bei Ussat (wo dieses Jahr (2012)die Weltkonferenz des LR stattfinden soll) und dem Monsegur nach dem Heiligen Gral suchen sollten. Es besteht jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen dem Gral, den Gralsrittern und der Katharer-Sekte, die durch eine Art fanatischen Manichäismus gekennzeichnet war und bisweilen die eigenen Gläubigen zum Zeichen ihrer Weltabgewandtheit, durch Verhungern oder auf andere Weise sterben ließ. Diese Daten und Fakten wurden seinerzeit von den Nazis genauso ignoriert wie heute vom Lectorium, das weiterhin an den gesponnenen Legenden und wilden Behauptungen Rijckenborghs festhält.
Auf Seite 348 in "Hitlers Religion" von Michael Hesemann, wird eine Spiritistin der Fraternité des Polaires präsentiert, die sich als letzte lebende Nachfahrin der Burgherrin des Montsegur, mit Namen Esclarmonde de Foix bezeichnete! Als wieder inkarnierte just diese Person namens "Esclarmonde de Foix" gab sich die Großmeisterin C. de Petri des Lectorium gegenüber den gutgläubigen LR-Schülern zu ihren Lebzeiten aus!
Jan van Rijckenborgh war Horoskop-hörig, und hielt Horoskop-Kurse ab, was er aber ca. 1953 einstellte, nachdem Gadal als Patriarch die Führung des LR übernahm und alles umkrempelte. Ein starker Bezug des LR zum Anti-Semitismus war schon vor der Unterordnung Leenes unter Gadals Führung vorhanden. Das erklärt jedoch kaum den Bezug des LR zum NS-Mystizismus und zum vulgären Spiritismus, denn erst durch den Einfluss Gadals kam die Übernahme u.a. der katharischen NS-Mystizismen und die Hinwendung zum Vulgär-Spiritismus zustande, durch die das LR fortan so radikal geprägt wurde. Der Kaufmann Rijckenborgh assimilierte Gadals windige Themen und dessen frei erfundene Grals-Thesen begierig, weil er hoffte, durch die Beimischung seiner anti-christlichen Dogmen und seiner erfundenen neognostischen hyperboräischen-und Atlantismythen ein superattraktives religiöses Geschäftsmodell kreieren zu können. U.a. wegen dieser kommerziellen Ausschlachtung seiner Ideen zu folkloristischen Zwecken und wegen der vom LR erzwungenen Gruppeneinheit, die mit seinem spirituellen Weltbild unvereinbar war, zog sich der alleinige LR-Führer Gadal enttäuscht 3 Jahre vor seinem Tod aus dem LR zurück und brach alle LR-Kontakte ab! (siehe Churton, Rubrik LR). Die LR-Doktrin wurde also maßgeblich nicht vom ungelernten Rijckenborgh sondern in 1. Linie von Gadal, dem sich JvR deshalb in der Hierarchie hörig unterordnete, geprägt!
Jan Leene (Pseudonym: Jan van Rijckenborgh) ernennt sich selbst zum Großmeister, was etwa dem Präsidenten oder 1. Vorsitzenden einer profanen Vereinigung entspricht. Im totalitären, streng hierarchisch organisierten Lectorium Rosicrucianum (L.R.) ist der Großmeister mit besonderen Rechten ausgestattet und unterliegt in dieser Hinsicht nicht den sonst üblichen Mehrheitsbeschlüssen.
1949 wurde das L.R. in der Bundesrepublik Deutschland zunächst unter der Bezeichnung NITS (Neue Internationale Transfiguristische Schule, Frankfurt) tätig.
Am 26. Mai 1955 benannte sich das Lectorium Rosicrucianum erneut um und ließ sich unter der Bezeichnung „Internationale Schule des Rosenkreuzes e. V.“ im deutschen Vereinsregister Hannover eintragen.[* 6]
Am 17. Oktober 1965 hatte Jan Leene (Pseudonym: Jan van Rijckenborgh) seinen Sohn, Henk Leene, zu seinem Nachfolger bestimmt. Rijckenborghs engste Mitarbeiterin, Frau H. Stok-Huyser (Pseudonym Catharose de Petri), wollte diese Entscheidung jedoch nicht anerkennen, weshalb es in der Führung des L.R. zu heftigen Streitereien kam. Kurz vor seinem Tod verfügte van Rijckenborgh, dass es keine „Großmeisterin“ im L.R. geben wird, sondern nur einen „Großmeister“ und dass Frau de Petri nicht befugt sei, einen Nachfolger einzusetzen. Es begann ein jahrelanger Machtkampf, weshalb Jan Leene (Pseudonym: Jan van Rijckenborgh) resigniert resümierte, dass seine Arbeit wohl umsonst gewesen sei.
1967: Auf der Aquariuskonferenz in Toulouse kündigte van Rijckenborgh an, dass eine noch im Verborgenen liegende, geheimnisvolle bewohnte Unterwelt im Inneren der Erde sichtbar und erkennbar werden würde, und kündigte deren Auftreten in der Öffentlichkeit an. Am Jahresende verkündete er dann den erstaunten Schülern, dass es ihm angeblich auf seiner Brasilienreise im selben Jahr gelungen sei, Kontakt mit einer dort unterirdisch im Erdinnern lebenden Gemeinschaft, der Bruderschaft von Goias, aufzunehmen. Dann beschrieb er Shambala, wonach die unsichtbare Bruderschaft von Shambala, der er angehörte, benannt ist, als eine Sphäre im Inneren der Erde, in der absolute Finsternis herrscht. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dieser Bruderschaft von Goias um eine okkulte Gruppe handelte, Rijckenborgh seine Anhänger also belogen hatte. Sinngemäß kann man diese Geschichten von der Bruderschaft von Shambala in dem Fantasy-Roman von Ferdinand Ossendowski („Tiere, Menschen, Götter“, Frankfurt 1923) insbesondere in Teil V nachlesen.[* 7]
Am 9. März 1968 starb Jan Leene (Jan van Rijckenborgh).
1968 wird Rijckenborghs Sohn Henk Leene neuer Großmeister und versucht sofort einschneidende Reformen umzusetzen, um die antiquierte, selbstherrliche, totalitäre L.R.-Diktatur auf der Basis normaler, demokratischer Prinzipien, wie sie in unseren pluralistischen Gesellschaften üblich sind, umzustrukturieren. Seine Pläne, auch die vielen Repressalien und den Schülern auferlegten Verbote abzuschaffen, damit die L.R.-Vereinsmitglieder ihren Weg in Freiheit und Eigenverantwortlichkeit zur Selbsterkenntnis autark und ohne Bevormundung gehen können, stieß auf heftigsten Widerstand in den Führungsgremien des L.R.[8]
23. März 1969: Austritt des Großmeisters Henk Leene aus dem L.R., dem sich zirka 200 L.R. Mitglieder anschlossen.
April 1969 Rijckenborghs ehemalige Mitarbeiterin Frau Stok-Huyser (Pseudonym Catharose de Petri) reißt, gegen den letzten Willen Jan van Rijckenborghs, die Führung des L.R. an sich. Sie nennt sich bis zu ihrem Tod Großmeisterin und lässt sich bei vielen Büchern Rijckenborghs nach dessen Tod nachträglich als Co-Autorin in den Neuauflagen eintragen.
1990 stirbt Catharose de Petri. An der Spitze des L.R. steht seitdem ein mehrköpfiges Leitungsgremium.[9]
1998 ließ sich das Lectorium Rosicrucianum unter der Bezeichnung „Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes Lectorium Rosicrucianum e. V.“ im deutschen Vereinsregister Hannover eingetragen.
Da die Großmeister die Spitze innerhalb der L.R.-Hierarchie repräsentieren, war mit diesem Amt eine hohe Erwartung seitens der Schüler an die geistige Qualität dieses Amtes verknüpft. Schließlich galten die Mitglieder der L.R.-Leitung als sehr weit fortgeschritten auf dem Transfigurationspfad. Der Austritt des Großmeisters Henk Leene und seiner Gefolgschaft, die damit verbundenen Streitigkeiten und der jahrelang tobende Machtkampf um die Spitzenpositionen in der L.R.-Führungsetage verursachten deshalb starke Irritationen unter den Mitgliedern.[10]
Cheops Pyramide in Giseh
Nachdem in der L.R.-Literatur bereits völlig widersprüchliche Festlegungen des Gründungsjahres des L.R., nämlich 1915, 1925, 1935 veröffentlicht waren, behauptete J.v.Rijckenborgh nach Lektüre des Buches „Die große Pyramide – ihre göttliche Botschaft“ des Okkultisten David Davidson plötzlich, dass die Entwicklung des L.R. exakt mit der in diesem Buch beschriebenen Chronologie der ägyptischen Cheopspyramide identisch sei! David Davidson vertrat die Theorie, dass die Geschichte der Menschheit präzise in der Cheopsyramide verzeichnet sei und nennt in seinem Buch folgende Eckdaten: 4000 v.Ch., 1924, 16. September 1936, 20. August 1953. Exakt dieselben Daten tauchen bei Jan van Rijckenborgh daraufhin in seinen Büchern auf. Jan van Rijckenborgh hat diese Pyramidenchronologie einfach von dem Okkultisten David Davidson übernommen. Dummerweise wusste Jan van Rijckenborgh nicht, dass Ägyptologen zwischenzeitlich nachgewiesen hatten, dass die Cheopspyramide überhaupt keine Chronologie aufweist, dass also die veröffentlichten Jahreszahlen überhaupt nicht in dieser Pyramide zu finden sind und sich im übrigen alle angeblichen Daten rein geschichtlich widerlegt hatten! Trotzdem ignoriert das L.R. bis heute diesen Irrtum. Und so feiert das L.R. seit Jahrzehnten das falsche Gründungsdatum 24. August 1924 mit regelmäßig stattfindenden Jubiläumsfeiern, den so genannten „Bruderschaftsdiensten“ und „Bruderschaftstagen“ - Des Rätsels Lösung über den Ursprung des Bruderschaftstages ist viel einfacher, am 24.8.1924 wurde der Sohn Rijckenborghs Henk Leene geboren![* 8]
Henk Leene, der Sohn des L.R. Mitbegründers Jan Leene (alias Jan van Rijckenborgh) wurde von seinem Vater als sein Nachfolger ausersehen. Nachdem der Vater am 17. Juli 1968 verstarb, trat Henk Leene dessen Nachfolge an und wurde neuer Großmeister des L.R. Henk Leene kritisierte die von seinem Vater errichteten starren, diktatorischen Machtstrukturen innerhalb des L.R. und beschloßs die vielen Bevormundungen und Verbote, mit denen die Mitglieder gegängelt wurden, abzuschaffen, damit jedes Vereinsmitglied in Freiheit und Eigenverantwortlichkeit seinen Weg zur Selbsterkenntnis autark und ohne Bevormundung gehen konnte. Gegen diese Pläne stellte sich jedoch in den Führungsgremien des L.R. heftigster Widerstand ein, weshalb Großmeister Henk Leene mit Brief vom 23. März 1969 an Frau de Petri seinen Austritt aus dem L.R. erklärte und gründete die „Gemeinschaft R+C Roseae Crucis“, die 1972 in Esoterische Gemeinschaft Sivas (Sivas) umbenannt wurde. Wie Henk Leene in einem Brief vom 22. Dezember 1979 andeutete, scheint sein Vater Jan Leene (bzw. Jan van Rijckenborgh) in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr die volle Kontrolle über das L.R. gehabt zu haben. So schilderte Henk Leene, dass den Schülern lediglich viele schöne Bilder vorgegaukelt wurden, die alle auf einer Fata Morgana und auf Lügen beruhten. Henk Leene bezeichnet das L.R. also als ein Lügengebäude. Der von Henk Leene neu gegründeten „Gemeinschaft R+C Roseae Crucis“ schlossen sich etwa 200 L.R.-Schüler an. Als erstes begann er mit entscheidenden Reformen mit denen er im L.R. gescheitert war. So wurde das gesamte L.R.-Vokabular mit seinen vielen Wortneuschöpfungen und Redefinitionen wieder auf die alten Heindel-Bezeichnungen umgestellt. Die verschiedenen L.R.-Verbote wurden aufgehoben, man lehrte erneut die Astrosophie von Max Heindel, wie einst sein Vater vor der Abspaltung aus der Rosenkreuzer-Gemeinschaft, und man sprach von der Selbsteinweihung des einzelnen ohne Gruppeneinheit und ohne Mitwirkung der Gruppe.[* 9][11] Henk Leene trennte sich damit völlig von der Arbeitsweise und den Zielen des Lectorium Rosicrucianum und vertrat die Ansicht, dass sich das Licht aus erstarrten kirchlichen Organisationen zurückzieht, mit allen damit verbundenen Nachteilen wie Streit, Unglück und Tragödien innerhalb dieser Gruppen.[* 10]
Der lehrende Antichrist vor Gläubigen, Glasmalerei Frankfurt (Oder) um 1367
Im „Handbuch Religiöse Gemeinschaften“ weisen die Herausgeber auf die auffälligen, insbesondere die antikirchlichen Tendenzen des Lectorium Rosicrucianum hin: Mit den christlichen Glaubensinhalten hat das angeblich wahre esoterische Christentum des L.R. nichts mehr gemein, weil es unmöglich ist, die rosenkreuzerischen Lehren des Lectorium Rosicrucianum und christliches Bekenntnis zu vereinen oder nebeneinander zu praktizieren.[12]
Das Gnostische System des Lectorium Rosicrucianum ist ein außerordentlich komplexer, asketischer Valentinianismus, in dem Christus als ein falscher Erlöser dargestellt wird.[13] Das Lectorium Rosicrucianum weist dem Christenglauben den Rang einer niederen Erkenntnisstufe zu, da die Verbundenheit mit diesem Glauben, wenn es um die echte Rückkehr in die ursprüngliche Heimat gehe, sich als ausgesprochen schädlich erweist. Es wird zwar oft die Bibel zitiert und 'Heilige Schrift' genannt, aber das Glaubensgut des Buddhismus ist im gnostischen System des L.R. von größerer Bedeutung. Die Person Christi nimmt in diesem System praktisch überhaupt keine Stellung ein. Wichtiger als einer der vormals erschienenen Lichtboten sind im L.R. die freiwillig inkarnierten zwei Abgesandten der Lichtbruderschaft: Herr van Rijckenborgh und Frau de Petri. Die vom L.R. aufgestellte Behauptung, dass der Körper des Lectorium rein christozentrisch ausgerichtet sei, entbehrt jeder Grundlage. Auch der für die Transfiguration so wichtige fünfte Äther, den das L.R. als Feueräther tituliert und mit dem der Mensch umkleidet werden soll und den er nach gewissen Vorbereitungen magnetisch anzieht, hat trotz seiner Benennung als Christus- oder Feueräther, nur eine vorbereitende Wirkung in dem ganzen Transfigurationsprozess, wird jedoch mit dem Heiligen Geist kurzerhand gleichgesetzt. Im Gesamtzusammenhang kann gefolgert werden, dass zwischen dem Christus des Lectorium Rosicrucianum und dem gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus der Bibel keinerlei Zusammenhang besteht.[14] Die L.R.-Gründer J.v. Rijckenborgh und Catharose de Petri stellen sich als selbst ernannte „Groß-Meister“ über Jesus Christus. Siehe Bibelzitat: Matthäus gesamtes Kapitel 23, insbesondere Vers 10: „Und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen; denn einer ist euer Meister, Christus.“[15] Jesus nennt die sich „Meister“ nennenden Leiter religiöser Institutionen „Heuchler und Pharisäer“, nicht im moralischen Sinn, sondern weil sie den Anspruch erhoben, die ihnen Folgenden auf den richtigen Weg zu führen.
Das L.R. nimmt zur Bibel eine ambivalente Beziehung ein: Auf der einen Seite kommt die Bibel als Offenbarungsträger nicht in Frage, weil ihr Inhalt im Laufe der Geschichte als zu stark verfälscht angesehen wird. Besonders das alte Testament wird als ein Zeugnis des Demiurgen, des Naturgottes angesehen und abgelehnt. Andererseits sind allegorische Bibelauslegungen und Bibel-Hopping beim L.R. üblich um durch einzelne Schriftworte nachträglich eine vom L.R. propagierte angebliche „Universelle Lehre“ zu bestätigen. Zwischen dem L.R. und den Kirchen stellt Harald Lamprecht, der Autor des Buches Neue Rosenkreuzer eine unüberbrückbare Kluft fest. [16] Die altkirchlichen Bekenntnisse lehnt das L.R. als falsch und verderblich ab. Die alten Kirchen lehnt das L.R. ebenfalls scharf ab, da man diese bezichtigt, bewusst Irrwege darzustellen. So wird vom L.R. auch die Ökumene komplett abgelehnt[17]
Jakob Böhme, den das L.R. von 1941 bis 1945 zu seinem Namenspatron wählte, vertrat die Ansicht, dass es sich bei Menschen dann um Antichristen handelt, wenn diese im Dienst für Christus nur nach Macht und Wollust trachten, indem sie die Bibel mit List dazu benutzen, um ihre wahren Absichten zu tarnen. Das tun sie, indem sie in göttlichem Eifer den Eindruck erwecken, als handelten sie nur um der Wahrheit willen, um Gott und ihren Brüdern damit zu dienen. Er bezeichnete die Wege dieser Anti- oder Scheinchristen, die er Pharisäer und Heuchler nannte, als schädlich, weil ihre Herzen in Wirklichkeit voll bitterer Galle sind, und sie Otterngift unter ihren Lippen haben. Nach Jakob Böhme erkennt man Antichristen daran, dass sie sich in ihren Tempeln immer bevorzugt in die erste Reihe setzenund sie bei Tisch während der Mahlzeiten immer obenan Platz nehmen. Er verweist dazu auf das Neue Testament, Matth. 23, 6-7.[18] Diese Aussage ist insofern sehr bemerkenswert, weil die L.R.-Sitzordnung in den L.R.-Tempeln und L.R.-Esssälen zu 100% mit den Schilderungen Jakob Böhmes übereinstimmt. Dazu muss man wissen, dass den höchsten Schülergraden und Leitungsgremien im L.R., die sich den alttestamentarischen Eigennamen "Goldenes Haupt" gegeben haben, in allen L.R.-Tempeln die Sitzplätze in der 1. Reihe vorbehalten sind, die von Platzanweisern bei Bedarf für sie freigehalten werden.
Die Wunder des Antichrist ist der Titel eines Romans der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf. Das Motto dieses Romans lautet, dass der Antichrist, wenn er erscheint, er ganz gleich dem Christus zu sein scheint. Der Antichrist wird auch als Missionar einer übernatürlichen, mystischen Religion charakterisiert, der von Land zu Land zieht, um viele Anhänger zu gewinnen, wobei die Ähnlichkeit mit Christus dem Antichristen eine sehr verführerische Kraft gibt. Die antichristliche Religion ist eine Imitation des Christentums. Das Antichristentum erscheint als eine enthusiastische, berauschende und mächtige Religion, die den Menschen Gott gleich macht. Das alte verführerische Wort: „Ihr werdet sein wie Gott" wiederholt sich immer wieder.[19][20] Die Figur des Antichrist wird heutzutage überwiegend als Manifestation einer äußeren Machtstruktur verstanden. Beim Thema Antichrist geht es also nicht zuerst um eine Person, sondern zuerst darum, zu wissen, was antichristlich ist! (Quelle: Wikipedia: Antichrist) Das Antichristentum, also das „So tun als ob…“ wird im Neuen Testament in der Endzeitrede Jesu in Mt 24-25 (zum Beispiel Mt 24,4, Mt 24,11) thematisiert. Jesus spricht von „falschen Christussen“ (Mt 24,24), die sich selbst als Erlöser darstellen. Dabei wird oft Böses als das Gute dargestellt, oder es wird geleugnet. Diese Verdrehung ist die wichtigste Strategie des Bösen (2.Kor 11,14-15). Die Johannesbriefe des Neuen Testaments reden auch von einem „Geist des Anti-Christus“ (1.Joh 4,3), also von einer anti-christlichen Art von Menschen, die sich als Christen sehen. (Quelle: Prof. D. Lütgert, Eisenacher Bund, 1921 auf einer Konferenz in Kassel.) Der Antichrist rühmet Christi Lehre, aber verleugnet ihre Kraft, denn er handelt nicht nach ihr. Er ist die Meinheit, Deinheit, Ichheit, der eigene Wille.[21] Der Leitspruch des Sexualmagiers Aleister Crowley, der sich selbst als das Tier oder als der Antichrist 666 aus der Offenbarung des Johannes titulierte, lautete: "Mach was Du willst, sei das ganze Gesetz."
Chakrapositionen in Relation zu den Nerven-Plexi
John Dee und Edward Kelley rufen einen Geist herbei.
Dreimalige laute Anrufung der Namen des verstorbenen Schülers durch den Zeremonienleiter und 2 Gehilfen, um den Geist des Toten spiritistisch-magisch in den L.R.-Tempel zu zitieren.
Alte Darstellung der Herbeirufung und Beschwörung eines Dämons
Mittwochs-Pantakel
L.R.-Emblem an der Altarwand in Marilia, Brasilien
L.R.-Emblem heute
Bei dem äußeren Emblem des L.R., welches in der Werbung verwendet wird, d.h. Kreis, Dreieck und Viereck, handelt es sich um das magische Mittwochs-Pantakel zur okkulten Beschwörung und Anrufung des Uranus-Geistes aus dem mittelalterlichen Zauberbuch The Secret Grimoire of Turiel aus dem Jahre 1518.[34] Als das Mittwochs-Pantakel zum Logo des L.R. gewählt wurde, fielen die meisten Veranstaltungen des L.R. noch auf den Mittwoch.[35][* 16] Im L.R.-Bildband „Das Lebende Rosenkreuz“ (A4-Querformat) ist das Mittwochs-Pantakel im L.R.-Jugendtempel Marilia, Brasilien, hinter dem Rednerpult noch deutlich sichtbar mit einem 2. Kreis an der Wand befestigt. Im aktuellen L.R.-Logo wurde der äußere Kreis mit dem inneren Kreis mittlerweile zu einem einzigen, dafür dicker gezeichneten Kreis „verschmolzen“. Zwischen dem Logo des L.R. und dem Mittwochs-Pantakel, welches seit dem Mittelalter zum Beschwören von Dämonen verwendet wird, bestand also Kongruenz. (Quelle: L.R.-Bildband Das Lebende Rosenkreuz.) Jan van Rijckenborgh bezeichnet Dämonen in seinen Worterklärungen in Die ägyptische Urgnosis (2. überarbeitete Ausgabe 1985) als mächtige Helfer. Jan van Rijckenborgh behauptet, dass, wenn sich der Mensch mit dämonischen Kräften vereinigt, indem er in freiwilligem Gehorsam den Willen des Vaters erfüllt, ihm die Dämonen auf dem Weg zur menschlichen Vergöttlichung helfen. Im entgegengesetzten Fall, also wenn der Mensch sich nicht mit dämonischen Kräften vereinigen will, erfährt er die Dämonen als feindliche Wirkungen, weil sich die Dämonen dann als manifestierte Schicksalskräfte an ihm rächen werden! Das ist eine Angst einflössende, bedrohliche Suggestion, zumal Dämonen unter christlichem Einfluss ohnehin seit Jahrhunderten als Geist, Gespenst, Teufel, Satanoder Luzifer angesehen werden, und man in der Gegenwart Dämonen ausschließlich als Wesen bezeichnet, die nach allgemeiner Vorstellung Menschen erschrecken, bedrohen oder ihnen Schaden zufügen. Dämonen gelten also in jeder Hinsicht als böse Geister. In der Archäologie versteht man unter einem „Dämon” ein tierköpfiges Mischwesen mit menschengestaltigen Beinen. Den Gegensatz dazu bilden „Monster”, wie Mischwesen mit Tierkörpern und Tierköpfen phantastischer Art, wie zum Beispiel der Vogel Greif, der im Lectorium Rosicrucianum als Wächter der L.R.-Mysterien in hohem Ansehen steht. Dämonen zählen im Abendland nicht zu den Naturgeistern!
Der Vogel Greif
Vor dem großen Haupttempel des L.R.-Konferenzortes in Bad Münder (Deister) steht eine zirka 1,3 m hohe bronzene Greif-Skulptur. Die Vorderfüße und die Flügel des Greifen sind dem Adler, der ganze untere Teil des Körpers dem Löwen entlehnt. Der Vogel Greif ist ein Fabelwesen, dass man fabelbezogen am häufigsten in der Kultur Europas findet. Das Wesen Greif ist vermutlich aus dem Dinosaurier Protoceratops entstanden, der einen entfernt löwenähnlichen Körper und einen Schnabel gehabt haben soll und in der Kreidezeit lebte. Das L.R. suggeriert den Schülern und der Öffentlichkeit, der Vogel Greif sei der „Beschirmer des Lichts“ und der Bewacher des Tempels. Kommentar von Jan van Rijckenborgh: „Unsere Kinder werden gewiss schon Märchen über den Vogel Greif gelesen haben, der sehr habsüchtig ist. Er ist, Sie werden das verstehen, das Symbol für die beschützende Kraft des universellen Lebendigen Körpers, … .“[36] In der Tat findet man ein Märchen über den Vogel Greif in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, wo seit der 3. Auflage von 1837 an 165. Stelle das Märchen "Der Vogel Greif" enthalten ist. In diesem Märchen wird der Vogel Greif jedoch als Christenfresser dargestellt. Der Greif wird von denGebrüdern Grimm also nicht als ein wahllos irgendwelche beliebigen Menschen fressendes Monstrum geschildert, sondern als eine Kreatur, die sich ganz gezielt von Christen, also von Menschen christlichen Glaubens, ernährt.
In dem Roman Der Greif von Wolfgang Hohlbein, der mit 35 Millionen verkauften Büchern zu den erfolgreichsten Autoren Deutschlands zählt, wird der Vogel Greif, der aus Hass und Wut entstanden ist, als das Prinzip des Bösen an sich, die negativen Kräfte der Schöpfung, als finsterer Herrscher und finsterer, machtbesessener, habsüchtiger, schwarzer Magier beschrieben, der von schwarzen Dämonen umgeben ist.[37] Der Greif, dieses finstere Christenfresser-Symbol, verkörpert im kollektiven Unterbewusstsein des christlich geprägten Abendlandes also den Antichristen, das Prinzip des Bösen an sich. Trotzdem wählte der L.R.-Begründer Jan van Rijckenborgh den Greif als Schutzpatron für das L.R. aus. Im L.R.-Konfernzort in Bad Münder wählten die Leitungsgremien im Lectorium Rosicrucianum gezielt den Greif als Tempelwächterfigur aus, wohlwissend, dass der Greif die negativen antichristlichen Kräfte der Schöpfung, die in dieser Welt durchaus Gestalt annehmen können, symbolisiert. Die dem L.R. angegliederte „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“ hält bundesweit Vorträge über Märchen und deren Verlag verkauft eine Broschüre mit dem Titel Die befreiende Botschaft im Märchen. Der DRP Rosenkreuz Verlag GmbH verkauft zudem das Buch Geheime Botschaft im Märchen, von Christa M. Siegert, ISBN 3938540001.
Symbol für das Muladhara-/ Sexualchakra: Kreis, Dreieck, Viereck.
Der deutsche Theosoph, Freimaurer, Rosenkreuzer und Autor von esoterischen Werken Dr. Franz Hartmann spricht sich dafür aus, man solle die „Auch“-Rosenkreuzer, d.h. die Nachahmer, die lediglich den Namen 'Rosenkreuz' im Namen führen, ohne es wirklich zu sein, besser als Rosenkreuzianer bezeichnen; Dr. Franz Hartmann nennt sie Talmi-Rosenkreuzer, weil der Begriff Talmi (von franz.: Tallois-demi-or) als Synonym für Falschgold zum Ausdruck bringen soll, dass sich beinahe jede sogenannte Rosenkreuzer-Gesellschaft heute für die allein 'echte' oder sogar einzige(!) deklariert. Im Jahre 1997 wurde eine neue Vereinssatzung verfasst; Ab 1998 fügte das L.R. das Wort „Goldenen“ dem Vereinsnamen hinzu und nannte sich fortan „Internationale Schule desGoldenen Rosenkreuzes Lectorium Rosicrucianum e. V.“, um sich von anderen Rosenkreuzergruppen abzuheben und offensichtlich auch um mit dieser Bezeichnung auf die mittelaterlichen „Gold-Rosenkreuzer“ anzuspielen, zu denen jedoch keine Verbindung besteht. Bei den mehr gnostisch orientierten Gruppen (wie dem L.R.) seien die Rosenkreuzer nach Dr. Franz Hartmann jedoch die Legitimation für Sexualmagie, wobei die Mitglieder der unteren Grade dieser Rosenkreuzer-Gesellschaften in der Regel von den Führungskadern der „Auch“-Rosenkreuzer darüber im Unklaren gelassen werden, dass die gekreuzigte Rose das größte und unverhüllteste aller geschlechtlichen Symbole, der Yoni und Lingam ist.[* 17][38][39][40][41]
Das Kreuz steht dabei für den Phallus (Lingam), die darauf befestigte Rose symbolisiert die weiblichen Fortpflanzungsorgane (Yoni). Gerhard A. Jansen von der Arkanschule (Helena Petrovna Blavatsky &Alice Bailey) sieht das Symbol des Rosenkreuzes ebenfalls als Phallussymbol an.[42][43]
Echnaton betet mit seiner Familie die Sonne (Aton) an.
Mosaik des Christus als Sol Invictus in der vatikanischen Nekropole, 3. Jh.
" Es gibt nichts Sichtbares auf der ganzen Welt, das es mehr verdiente, als Symbol für Gott zu dienen, als die Sonne, die zuerst ich selbst und danach alle Körper des Himmels und der Welt mit sichtbarem Leben erleuchtet." (Dante) Christus wurde metaphorisch oft mit der Sonne verglichen, zumal da die biblische Prophezeiung „Aufgehen wird euch die Sonne der Gerechtigkeit“[44] auf ihn bezogen wurde. Die Menschen haben die Sonne vermutlich seit Anbeginn der Geschichte als Lebensquell verehrt und ihr Sonnengottheiten zugeordnet. Die Anbetung der Sonne ist nach Ansicht einiger Forscher ein möglicher Ursprung des Monotheismus. In der ägyptischen 18. Dynastie, gab es für kurze Zeit einen durch Pharao Amenophis IV., besser bekannt als Echnaton (ca. 1351 - 1334 v. Chr.), eingeführten Aton-Kult. Hier war die Sonnenscheibe das Symbol des einen Gottes Aton, der alle anderen ägyptischen Gottheiten ablöste. Abbildungen des personifizierten Sonnengottes kamen im 3. Jahrhundert gelegentlich in der künstlerischen Ausstattung christlicher Gräber vor, sie wurden somit damals zumindest von manchen Christen nicht als anstößig empfunden. Nach der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner bildet Ahriman zusammen mit Luzifer den Gegenpol zum Christusgeist, wobei im Gegensatz zum luftig berauschenden und weltflüchtigen Luzifer der Ahriman an das Irdische bindet. [45]
Im
Lectorium Rosicrucianum (L.R.) wird der 7. Planet unseres
Sonnensystems Uranus,
der mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar ist, als Heilsbringer
verehrt, der die Menschen aufbricht und auf völlig außerirdische
und überirdische Pfade führen wird.
Weiterhin behauptet Jan v.
Rijckenborgh, dass jeder esoterische Forscher wissen müsste, dass
der Planet Uranus ein höheres Christussymbol ist! Der Planet Uranus
wurde jedoch erst am 13. März 1781 durch Wilhelm
Herschel entdeckt.[*
18]
Wie Aleister Crowley spricht man auch in der L.R.-Philosophie von Vulkanus. Mit Vulkanus benennt das L.R. ein mysteriöses, magnetisches Feld welches das Sonnensystem durchdringt, und das aus dem Zentrum der Erde die Vermögen und Kräfte erweckt und extrahiert, die wir als Licht, Wärme und andere Naturkräfte kennen. Das L.R. behauptet im Buch Die große Umwälzung, 1992, dass unsere Sonne, unser Mond, die Planeten und die Sterne des Firmaments nur deshalb leuchten, weil sie die dafür nötige Energie zuvor der Erde entzogen haben! Weiterhin vertritt man im L.R. die unwissenschaftliche Ansicht, dass unsere Sonne weder Licht, noch Wärme noch andere Fluida besitzt oder ausstrahlt!
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Unter dem Stichwort „Sexualmagie“ werden im „Lexikon des
Geheimwissens“ von Horst E. Miers, vier Gruppen erwähnt: |
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Kurzbeschreibung |
Parallelen |
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Symbol für das Muladhara-/ Sexualchakra: Kreis, Dreieck, Viereck.
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Das Hatha-Yoga-Pradipika beschreibt die Techniken des Kundalini- undHatha Yoga, und die Reinigungen des physischen und subtilen Körpers, sowie deren Auswirkungen. Die Lehre ist je nach Ausgabe in vier oder zehn Kapitel gegliedert und besteht aus 643 Versen. Darin werden Hatha Yoga, derKundalini Yoga und der Raja Yoga beschrieben. |
In der hinduistischen Astrologie namens Navagraha gab es neun "Planeten" in Form personifizierter Himmelsgestalten. "Nava" bedeutet "neun". "Graha" wird manchmal mit "Planet" übersetzt, Sonne, Mond und Rahu und Ketu sind jedoch keine Planeten im Sinne heutiger Astronomie. So sprach man von Sonne, Mond, Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, dem aufsteigenden Mondknoten Rahu (Kopf des Schlangendämons) und dem absteigenden Mondknoten Ketu (Schwanz des Schlangendämons). ImKundalini Yoga stehen die Planeten in Beziehung zu den Chakras und Lebenszyklen. Das Sonnensystem
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2. Aleister Crowley (O.T.O.) Die stürzende gnostische Taube (links bei Crowley, rechts beim Lectorium Rosicrucianum)
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Der
Satanist und Schwarzmagier Aleister
Crowley (O.T.O.), der sich auch als "The
Great Beast 666" und als der Antichrist 666 aus
der Offenbarung
des Johannes bezeichnete, ernannte sich
selbst zum Gott und war Mitglied des von Theodor Reuß begründeten
Ordo Templi Orientis (O.T.O.),
der in seinen inneren Graden Sexualmagie praktizierte und damit
auf Crowleys besondere Vorlieben traf. Crowley übernahm diesen
Orden, der zeitweise mehr Ordensgrade als Mitglieder hatte, und
benutzte ihn als Einnahmequelle und Spielwiese für seine
exzentrischen Ideen. |
Crowley bezeichnet (genau wie das L.R.) Pluto (nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt),Neptun und Uranus als die Mysterienplaneten, wobei dem Planeten Uranus eine besonders mysteriöse und unheimliche Rolle in seinem System zukommt: Er bezeichnet Uranus dem Wesen nach als ein okkultes, unheilvolles vulkanisches Feuer, und als jenes Prinzip des Himmels, das die Eifersucht der Zeit (Chronos) der Vaterschaft beraubt hat... ." [49] Planet Uranus mit Mond Ariel |
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3. Die Geheimloge Fraternitas Saturni. Symbol der Fraternitas Saturni: Kreis, Dreieck, Saturnzeichen. (Abbildung ähnlich)
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Die Ordensmitglieder der sexualmagischen Geheimloge Fraternitas Saturni. versuchen seit 1978 dem Logendämon und Gruppengeist Gotos/ Baphometzur Inkarnation zu verhelfen, indem sie diesen mit den sexuellen Energien der Mitglieder aufpumpen, da er als Avatar des Neuen Aeons, die Menschheit unter die friedfertige Äguide des Planeten Jupiter fuehren soll.Im Gradsystem der Fraternitas Saturni gab es unter anderem 3 Rosenkreuzer- und 3 Gnosis-Grade (Meister des Wassermannes genannt). Das Aufgabengebiet des „18. Grad des Pentagramms" befasst sich mit den Arbeiten des Pfades zur Linken Hand, mit Tantra und Anleihen aus der Crowleyschen Sexualmagie.[51][52][53][* 21][54][55] |
Das entlehnte Platinsymbol als Zeichen des Planeten Uranus. Ähnliches Emblem wie das L.R.-Logo: Erkennungszeichen für Mitglieder ist ein Ring aus Silber mit einem spitzwinkligen Dreieck, das von vier sich auf der Rückseite vereinenden Bändern umfasst wird. In dem Dreieck befindet sich das Saturnsymbol mit am unteren Bogen eingefasstem Edelstein oder Halbedelstein, der den Logengrad darstellt. Der Gründer Eugen Grosche, der mit Aleister Crowley befreundet war, gab das Versinken des Fischezeitalters bekannt und kündigte den Uranus als den Demiurg der neuen Zeit an.[56][* 22] |
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4. Das Lectorium Rosicrucianum. L.R.-Emblem: Kreis, Dreieck, Viereck.
In der Sexualsymbolik vertritt das Quadrat — nachHelena Petrovna Blavatsky - das Prinzip des Weiblichen. So betrachtet sind Dreieck und Quadrat »die ersten Aspekte der evolutionierenden Gottheit«, und stehen somit schlechthin für das positiv Schöpferische und das negativ Empfangende, Gebärende. [57] |
Im okkulten System des L.R. wird mit „Kundalini“ das Schlangenfeuer umschrieben, das im Plexus sacralis (dem Muladhara-, Sakral-, Sexualzentrum) seinen Ursprung nimmt. Nach zirka 3 Jahren der Mitgliedschaft im Lectorium wird die Forderung zur Überwindung des Sextriebes gestellt.[* 23] |
Zeichen für den Planeten Uranus von Herschel. Wie
die vorgenannte Geheimloge Fraternitas Saturni kündigt
auch das L.R. das Versinken des Fischezeitalters und den Beginn
des Wassermannzeitalters an. So kündigt man im L.R. ebenfalls den
7. Planeten unseres Sonnensystems Uranus als
Heilsbringer an, der die Menschen aufbricht und auf völlig
außerirdische und überirdische Pfade führen wird. |
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Vergleich: Wie aus der 3. Tabellenspalte hervorgeht, spielt der
Planet Uranus eine zentrale Rolle in allen vier sexualmagischen
Systemen. Dem Planeten Uranus wird eine starke erotische Wirkung
nachgesagt. Uranus steht auch für das Archaische, das sehr
deutlich wird, wenn man seinen Namen anders betont: "UR-Anus". Der Uranus ist, wie es der Name Ur-Anus bereits zum Ausdruck bringt, somit auch der Wurzel der Kundalini, dem untersten Wurzel- oder Sexualchakra, das im L.R. Plexus-Sacralis genannt wird, verwandt. Der Uranus wird allgemein dem Sternzeichen Wassermann und dem Stirb- und Werde-Prinzip zugeordnet. Darum ist er auch der Planet der Überraschungs- und Erneuerungskraft. [58][59] |
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Uranus in der Griechischen Mythologie
Kastration des Uranos
ranus (Himmel) zeugte mit Gaia (Erde) die Titanen. Mit seiner Mutter Gaia hatte Uranos viele Nachkommen: Zuerst die Titanen, dann drei Kyklopen sowie drei Hekatoncheiren. Alle diese Kinder waren ihm verhasst. Deshalb verbarg er sie in der Tiefe der Erde, im Tartaros – nach Michael Köhlmeier stieß er diese mit seinem riesigen Phallus immer wieder in Gaia, die ja für die Erde steht, zurück. Diese böse Tat erfreute ihn, so erzählt es Hesiod. Und sie erboste Gaia, die daraufhin den „grauen Stahl” (Adamas, das „Unbezwingliche”, dem Menschen nicht zugängliche Metall) hervorbrachte, um daraus eine gewaltige Sichel zu fertigen, und ihre Söhne anstiftete, den Vater zu bekämpfen. Alle erschraken, doch der Titan Kronos erklärte sich schließlich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, da Uranos tatsächlich als erster eine schändliche Tat ersonnen habe. Gaia litt sehr unter seinen Besuchen und Übergriffen und schmiedete mit ihrem Sohn Kronos / Saturn einen Hinterhalt um so die Erde von den Titanen zu befreien.
Sturz
der Titanen
Darstellung
von Peter
Paul Rubens um
1637-1638.
Als Uranus schließlich Gaia erneut begatten wollte, schnitt ihm Kronos/ Saturn mit seiner Sichel das Geschlechtsteil ab. Das Sperma des Uranos fiel in das Mittelmeer woraus Venus/ Aphrodite geboren wurde, „die Schaumgeborene“. Das ist die Erklärung dafür, warum die Venus esoterisch von Uranus beherrscht wird. Luzifer (griechisch: Phosphoros, Lichtträger) ist der lateinische Name des Morgensterns (Venus). Im Lauf der Zeit wurde Luzifer zum Namen des Teufels, weil man ihn, auf der Grundlage eines Drohspruches Jesu im Lukasevangelium (Lk 10,18) mit Satan in Verbindung brachte: „Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz“. Aus den Blutstropfen des entmannten Uranos, die auf die Erde fielen, gebar Gaia die drei Furien (Erinyen), die Giganten und die Meliaden (Meliai - die Melischen Nymphen - Eschennymphen - Dryaden, die Dämonen der Rache und rohen Gewalt). Seither verfolgen die Erinyen jede Verletzung mütterlicher Ansprüche, selbst wenn diese nicht gerechtfertigt sind, in weiterer Folge aber auch jede Verletzung einer Rangordnung, die durch eine Blutsverwandtschaft bedingt ist. Kronos übernahm die Weltherrschaft, bis auch er von seinem Sohn Zeusgestürzt wurde. Mit der Erzählung der Entmannung des Uranos nimmt die Urzeugung zwischen Himmel und Erde in der griechischen Mythologie ihr Ende und Uranos selbst spielt in den weiteren Erzählungen keine Rolle mehr. Von seinen Nachkommen haben die Titanen die größte Bedeutung, denn von ihnen stammen auch die späteren olympischen Götter ab.
Beim L.R. wird „Kundalini als das Schlangenfeuer umschrieben, das im Plexus sacralis (dem Sakral- oder Sexualzentrum) seinen Ursprung nimmt.“ Der Plexus sacralis („Kundalini“-Chakra), ist der Ausgangspunkt der meisten esoterischen Übungen, um die Chakren zu erregen und für die jeweils latenten Eigenschaften (darunter auch: Hellsehen) dienstbar zu machen. Rudolf Steiner war einer der ersten Esoteriker, der schon frühzeitig das Risiko dieser Übungen, wodurch vornehmlich die dem Sexualzentrum (Plexus Sacralis) eigenen (Sexual-)Kräfte übermäßig erregt werden, erkannte und davor warnte. Der von Steiner gelehrte esoterische Schulungsweg geht deswegen vom 1000-blättrigen Scheitelchakra, d.h. der menschlichen Denkfähigkeit, aus. Er entwickelt sukzessive die astralen Wahrnehmungsorgane von oben nach unten: Vom Kehlkopf-Chakra über das Herz-Chakra, Nabel-Chakra zum Chakra der Kreuzbeinregion. Der 2-blättrige Stirnlotus zwischen den Augenbrauen tritt erst nach zuvor genannten Initiationsriten in Wirksamkeit. Den Plexus Sacralis (auch Muladhara-Chakra genannt, liegt zwischen Genital und Anus), der in der LR-Literatur sehr oft erwähnt wird, beschreibt Rudolf Steiner in: „Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?“ erst gar nicht. Für diverse esoterische Gruppen ist der Roman die Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz, als dessen Urheber man Johann Valentin Andreae vermutet, der Inbegriff der Sexualmagie. [* 25]
Hermesstab über dem sich zwei Schlangen paaren
Stürzende Taube auf dem Lectorium Rosicrucianum Steinmonument in Patos de Minas
Bei vielen tantrischen, schwarzmagischen und „gnostischen“ Gruppen symbolisiert die vom Himmel stürzende Taube von Aleister Crowley das Geschlechtszentrum (auch: Muladhara-, Sexual-, Sakralchakra-Zentrum, Plexus-Sacralis oder Heiligbeinzentrum); In der Philosophie des Lectorium Rosicrucianum spielt die Geschlechtskraft dieses Geschlechtszentrums eine wichtige Rolle und wird dort auch als „Plexus Sacralis“ bezeichnet, das in der Chakrenlehre auch als Sakralchakra oder Sexualchakra bezeichnet wird. Dem „Plexus Sacralis“ werden im L.R. dieselben Funktionen wie dem Südpol unseres Planeten zugeschrieben, wobei die Geschlechtskraft, das Prana, im Schlangenfeuer-System zur Intensivierung der höheren Chakren und damit des Persönlichkeitsbewusstseins benutzt wird. (s. J. v. Rijckenborgh, Das Mysterium von Leben und Tod, Haarlem 1958, S.33) Im Lectorium ist das Pranaauch die Umschreibung für die mit dem Plexus sacralis verbundene Geschlechtskraft.[* 26] Der „Plexus sacralis“ wird von Rijckenborgh und Catharose de Petri an sehr vielen Stellen in ihrer Literatur erwähnt. Zum Beispiel in dem Buch Transfiguration heißt es im 5. Kapitel, dass die Kundalini im Schlangenfeuer, unter der Voraussetzung dass der Sexualtrieb bekämpft und überwunden wurde, aus dem Bronn des Plexus sacralis aufsteigt […] . Bereits ab dem 21. Lebensjahr(!) werden ausgewählte L.R. Mitglieder mit der Forderung „vollkommen der Sexualität zu entsteigen“ konfrontiert. Diese als „natürliche Wirkung“ vom L.R. deklarierte Bekämpfung bzw. Unterdrückung der natürlichen menschlichen Sexualkraft hat Ähnlichkeit mit dem Zölibat derrömisch-katholischen Kirche. Der mannshohe Hermesstab in den großen Konferenztempeln des LR stellt in diesem Kontext und bei sexualmagisch arbeitenden Gruppierungen ein Phallussymbol dar, dass unter anderem die aufsteigende Kundalini-Schöpfungsenergie symbolisiert.
In allen großen Tempeln der LR-Konferenzorte ist ein für alle Tempelbesucher deutlich sichtbarer großer Hermesstab an der Wand hinter dem Rednerpult angebracht. In seiner ursprünglichen Bedeutung ist dieser Merkur- oder Hermesstab ein Zauberstab, mit dem der griechische Gott Hermes andere einschläfern konnte und bei ihnen Träume bewirken konnte. Daher galt Hermes als Gott des Schlafes und der Träume. Der Hermesstab ist auch das Sinnbild für die Fruchtbarkeit, wobei der Stab als Phallussymbol angesehen wird, über dem sich zwei Schlangen paaren.[60]
Die stürzende gnostische Taube (links bei Crowley, rechts beim Lectorium Rosicrucianum)
Aufsteigende Taube als Christussymbol in Minerve
Aufsteigende Taube als Symbol des Parakleten, des Heiligen Geistes
Die aufsteigende Friedenstaube.
In der Lehre der verschiedenen esoterischen Symbole wird zwischen der aufsteigenden Christustaube oder Friedenstaube und der vom Himmel stürzenden Taube als Symbol der Sexualmagie unterschieden. Die vom Himmel stürzende gnostische Taube des Sexualmagiers und Satanisten Crowley und die vom Himmel stürzende gnostische Taube des Lectorium Rosicrucianum sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Die herabstürzende Taube des L.R. ist auf der ersten Umschlagseite diverser L.R.-Bücher von C. de Petri zu finden (Sieben Stimmen sprechen, Das goldene Rosenkreuz, Das Siegel der Erneuerung,Transfiguration, 24. Dezember 1980) Als Steinmetzarbeit ist die senkrecht vom Himmel herab stürzende L.R. Taube auf dem dreieckigen Steinmonument auf dem L.R.-Konferenzort Patos de Minas in Brasilien zu sehen.
Die Taube symbolisierte im griech. Altertum den sublimierten Eros und wurde oft zusammen mit ihrer Beschützerin, der Göttin Aphrodite, teils sogar als diese selbst dargestellt. Der Turteltaube kommt sexuelle Symbolbedeutung zu.[61] Crowleys vom Himmel stürzende Taube ist eine stilisierte Nachbildung einer Glasmalerei des 12. Jahrhunderts aus der bischöflichen Kapelle von Tournau in Belgien. Zum Verwechseln ähnlich ist diese Taube mit derjenigen, die auf den L.R.-Büchern von Frau de Petri zu sehen ist, und auch fast kongruent in dem Zeichen enthalten ist, das sowohl von der Fraternitas Rosicruciana Antiqua (O.T.O. Stein/Schweiz) als auch bei der Kathedrale der Seele (AMORC) geführt wird.[* 27]
Gekreuzigte Rose
Es ist eine Eigentümlichkeit aller heutigen so genannten Rosenkreuzer-Gesellschaften, dass diese sich heute für die allein „echte“ oder sogar „einzige“ hält.- Bei den mehr gnostisch orientierten Gruppen sind die Rosenkreuzer die Legitimation für praktizierte Sexualmagie, wobei den Mitgliedern dieser Rosenkreuzer-Gesellschaften nicht bekannt ist, dass die gekreuzigte Rose das größte und unverhüllteste aller geschlechtlichen Symbole, der Yoni und Lingam ist."[62][* 28]
Für verschiedene esoterische Gruppen sind die Werke Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz und die „Pistis Sophia“ der Inbegriff der Sexualmagie.[* 29][63](Siehe: J.v. Rijckenborgh: „Die alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz Teil 1 und 2“ und „Die gnostischen Mysterien der Pistis Sophia“) Die Gnostiker der Neuzeit interpretieren die Pistis Sophia, das Hauptwerk der Gnosis, aufgrund einiger weniger Stellen als System einer speziellen Sexualmagie.[* 30]
Das L.R. wird im 'Lexikon des Geheimwissens' von Horst E. Miers, München 1993, zu den dialektischen Geheimgesellschaften mit kommerziellen und subversiven (umstürzlerischen) Zielen gezählt und explizit als „Dialektische Gruppe“ namentlich erwähnt. Dialektische Gesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine eigentliche Lehre, sondern nur geheime Ziele haben, die den Anhängern erst nach und nach enthüllt werden. Diese geheimen Ziele sind teils kommerziell, teils subversiv, also nach einer Neuordnung der Welt strebend. Dabei wird der Mangel an eigenem Lehrmaterial meist dadurch wettgemacht, dass man schlagwortartig die Namen anderer Lehren annektiert und das Wörtchen „wahr“ oder wie im L.R. gebräuchlich „universell“ davorsetzt, also von „wahrer“ Magie, „wahrer“ Freimaurerei, „wahrem“ Christentum usw. spricht. Dabei werden unbeweisbare Behauptungen gerne als „gnostische“ oder „geheime“ Lehren oder als göttliche Offenbarungen, als „Uralte Weisheit“ oder wie im L.R. als „Universelle“ Lehre usw. ausgegeben. Bevorzugt eingesetzte Mittel dieser dialektischen Gruppen sind Dialektik, Exegese und Schlagwörter."[* 31] In den meisten Büchern von Jan Leene (Pseudonym: Jan van Rijckenborgh) hat dieser tatsächlich diverse antike Lehren annektiert, wie das Corpus Hermeticum des Hermes Trismegistos und andere alte Texte, deren Urheberschaft unklar ist, veröffentlicht, wie zum Beispiel der berühmte Roman die Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz, der in Rijckenborghs-Buch „Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz“ mit Erläuterungen von ihm abgedruckt wurde. Ein anderes Beispiel ist das „Tao Te King“, das ebenfalls annektiert und mit Erläuterungen und Kommentaren durch Herrn Leene versehen wurde. Auf diese Weise sind viele Bücher der Primärliteratur entstanden, wie zum Beispiel: „Der Ruf der Rosenkreuzer Bruderschaft“, „Das Bekenntnis der Bruderschaft des Rosenkreuzes", „Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz Teil 1 und 2“, „Die Ägyptische Urgnosis“ Band 1 bis 4 und „Die Chinesische Gnosis“. Jan van Rijckenborgh machte keinen Hehl aus seinen subversiven [umstürzlerischen], totalitären Visionen, da er zum Beispiel von einer „Umerziehung der gesamten Menschheit“ spricht, die bei den gewohnten Autoritäten eines jeden Staates und eines jeden Volkes beginnen muss. So vertritt er die Auffassung, dass eine völlige Neuerziehung der gesamten Menschheit stattfinden muss; verbunden mit einer Anzahl international zu fassender Maßnahmen und zwar mit sofortigem Beginn (Quelle: J. v. Rijckenborgh: „Die Apokalypse der Neuen Zeit II / Die Weltbruderschaft des Rosenkreuzes“, 3. Konf.-Ansprache).
Nach einer einem begrenzten Schülerkreis veröffentlichten Statistik durch die sog. Landesleitung des LR im Herbst 2008 gehören über 75 % der LR-Schüler der Inneren Schule an und unterliegen einer strengen Geheimhaltung hinsichtlich des gesamten Geschehens in der Inneren Schule. Die Innere Schule umfasst die Schülergrade „Höhere Bewusstseinsschule“ (HBS), „Ekklesia“ (Priesterliche Schar), „Gralgemeinschaft“, und „Goldenes Haupt“, sowie eigentlich auch diebekennenden Schüler, da diese auch zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet werden.

Jede HBS-Gruppe, jede Ekklesia-Gruppe etc. (je ca. 100-140 Schüler pro Konferenzort) wird in mehrere Zirkelgruppen nahe liegender Wohnorte mit ca. 10-12 Schüler aufgeteilt. Die Geheimhaltung bezieht sich sowohl auf die äußere Form (Ablauf der Sondertempeldienste und Zirkelrunden, Anzahl und Namen der teilnehmenden Schüler) als auch auf die Inhalte der Sondertempeldienste und Zirkelrunden, und zwar gegenüber den Schülern anderer Schülerstufen und erst recht gegenüber Außenstehenden. Selbst gegenüber parallelen Zirkelgruppen, die der gleichen Schülerstufe angehören und an denselben Sondertempeldiensten teilnehmen, besteht strenge Geheimhaltung bzgl. der Gesprächsinhalte und des Ablaufs der eigenen Zirkelrunden; einzige Ausnahme: die jeweiligen Tempelsprecher (Mentoren der jeweiligen Gruppe) oder Mitglieder der I.S.L., an die die einzelnen Zirkelberichte (Protokolle über die Gesprächsrunden) zu senden sind.
In der Inneren Schule (ab der HBS) werden den Schülern in den streng geheimen Sondertempeldiensten sogar regelmäßig geheime „Aufträge“ erteilt. Ab der Inneren Schule, d.h. in der HBS, in der Ekklesia etc., müssen die Schüler an den ca. 10 Sondertempeldiensten pro Jahr in den Konferenzorten und an den ca. 10 Zirkelrunden pro Jahr in den Wohnungen der HBS-Schüler bzw. in den einzelnen L.R.-Zentren (ab Ekklesia) teilnehmen, sowie eine Pflichtanzahl von Konferenzen erfüllen, die sich mit jeder höheren Schülerstufe steigert. Die L.R.-Leiter ermahnen die Schüler regelmäßig zur unbedingten Teilnahme an diesen Pflichtveranstaltungen.
Einziger Entschuldigungsgrund ist: Krankheit.
Bei Nichtteilnahme sind eine mündliche und eine begründete schriftliche Entschuldigung erforderlich. Bei absehbarer Verhinderung ist vorher um Erlaubnis zu fragen.
L.R.-Tor in Caux/ Schweiz.
Bereits dem Probeschüler wird aufgetragen, er möchte täglich prüfen, ob dass, was er für Licht hält, nicht in Wirklichkeit Finsternis ist. Mit jeder weiteren Schülerstufe wird der L.R.-Schüler mit zu leistenden Erklärungen, Eiden und Treueschwüren konfrontiert, die er mündlich und/ oder schriftlich abgeben muss, und in denen er zur absoluten Geheimhaltung und zu striktem Gehorsam, teilweise unsichtbaren Oberen gegenüber, verpflichtet wird.
Diese Forderungen sind antichristlich!
Das L.R. fordert von den Schülern zum Beispiel im LR-Gebetbuch „Rosa Mystica“ Nr. 185 "Gehorsam den glorreichen Mächten der heiligen Siebenkraft!“. Mit Hilfe derart definierter „Unbekannter Oberer“ oder „Geheimer Oberer“ oder "Geheimer Meister" stärken manche Geheimgesellschaften ihre Stellung und Autorität. Das L.R. beruft sich vielfach auf die: „Universelle Bruderschaft(skette)“, „gnostische Bruderschaft“, „Weltbruderschaft“, „junge Bruderschaft“, „Geistesschule“, „vor dem Angesicht der lebendigen Gnosis“ (s. Sakrament der Verbindung zur Aufnahme ins Probeschülertum) etc. Es ist bekannt, dass sich Organisationen, die sich hinter geheimen Oberen verstecken, meistens der schwarzen Magie nahe stehen. Verpflichtungen, wie beispielsweise zeremoniell-magisch eingeforderter Gehorsam gegenüber Unbekannten Oberen, geheimen Meistern und so weiter sind jedoch rechtsunwirksam und brauchen nicht erfüllt zu werden.[* 32]
Der vom L.R. von den Schülern/innen geforderte „unbedingte Gehorsam gegenüber der Geistesschule (womit sich das L.R. selbst meint) und ihrer Leitung" steht auch im krassen Widerspruch zu Rudolf Steiners Aussage von 1904 über die „Meister“, wo er nämlich sagt, dass die sogenannten Meister für uns nur große Anreger auf geistigen Gebieten sind und weiter nichts. So fordern die „Meister“ keinen Glauben an irgendeine Autorität und nicht den Glauben an irgendein Dogma. Sie appellieren lediglich an die eigene menschliche Erkenntnisfähigkeit.[* 33][66]
Anlässlich der 4. Aquariuskonferenz 1966 hielt das L.R. in der Kongresshalle Basel den öffentlichen Vortrag „Wer sind die Rosenkreuzer?“ Darin wurden die L.R.-Begründer als angebliche Abgesandte einer Rosenkreuzer Bruderschaft bezeichnet: „Ein derartiges Strahlungsfeld wird durch Abgesandte der großen Rosenkreuzer-Bruderschaft aufgebaut, die die Freiheit und Unsterblichkeit bereits in einem früheren Erdendasein erlangt haben und freiwillig wieder auf die Erde zurückgekehrt sind. […] Wir haben die große Gnade, heute Abend 2 Abgesandte der Rosenkreuzer Bruderschaft, die Begründer der modernen Geistesschule, Herrn v. Rijckenborgh und Frau de Petri, hier unter uns zu haben. […] Die Abgesandten […] sind Enthobene dem Stoff nach."[* 34]
Dr. Harald Lamprecht, Autor des Buches „Neue Rosenkreuzer“, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht; 1. Aufl. 2004, nennt diese Art der Selbstverherrlichung „Unhinterfragbare Autoritäten“ und erläutert, dass so etwas immer dann gefährlich wird, wenn die Leitungsperson, [beim L.R. „die Bruderschaft“ (beziehungsweise unbekannte Obere) und die „Großmeister“] bzw. ein Leitungskreis [beim L.R. die I.S.L., die 5. + 6. Rangstufe] eine Sonderstellung bekommt, wie man Sie von Leuten kennt, die in einer Hierarchie an der Spitze einer Pyramide stehen, denen also eine deutlich herausgehobene Stellung zukommt, die sie über die normale menschliche Ebene erheben. Eine solche Erhöhung des oder der spirituellen Meister führt umgekehrt zur Abwertung und Entpersönlichung der Anhänger.
Einige esoterische Gruppen, wie das Lectorium Rosicrucianum, führen sich auf die Katharer zurück, was jedoch von Religionshistorikern in Frage gestellt wird und wofür es im L.R. nicht einen einzigen Beweis gibt. Es gehört jedoch scheinbar zum Selbstverständnis vieler Geheimgesellschaften und vieler esoterischer Gruppen, ihre eigene Existenz auf Kulte und ihre Wurzeln auf Mysterien zurückzuführen, die es vor Jahrhunderten manchmal gar vor Jahrtausenden gegeben habe. Oder man behauptet, man würde an deren Erkenntnisse, Lehren und Rituale anknüpfen oder diese adaptieren und so in einer alten langen Tradition mit diesen stehen. Behauptungen wie zum Beispiel, dass man das letzte Glied in einer historischen Bruderschaftkette ist, sind kaum nachprüfbar und dienen offensichtlich eher dazu, sich den Anstrich des Geheimnisvollen und Altehrwürdigen zu geben. Vor diesem Hintergrund sind unter anderem verschiedene Rosenkreuzergemeinschaften zu sehen, besonders die „Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes – Lectorium Rosicrucianum“.[67]
Ein Mensch sieht aus der Himmel-/Erdsphäre heraus und bestaunt die Ordnung des Universums
"Universelle Bruderschaft" ist ein im Lectorium Rosicrucianum oft und gern gebrauchter spiritistischer Ausdruck für die Gesamtheit der abgeschiedenen Seelen der „Meister“ und der großen Wesenheiten der vorangegangenen Bruderschaften. Das Wort „universell“ wird in diesem Zusammenhang jedoch etwas abwegig gebraucht, denn „universell“ kommt von „Universum“ und bedeutet „die ganze Welt umfassend“.[* 35] Noch illustrer ist die Suggestion, die unbekannten Oberen der Bruderschaft würden von Zeit zu Zeit Abgesandte auf die Erde schicken, die dann im Auftrag des „Göttlichen“ den suchenden Menschen den Weg zurück weisen können. Zu den bisherigen Abgesandten zählen etwa Krishna, Buddha, Shankara, Lao Tse, Mani, Orpheus, Zarathustra, Plato, Jesusund zuletzt Jan van Rijckenborgh. Die Unbekannten Oberen der Bruderschaft werden im L.R. auch als das „Unbewegliche Königreich“ oder als die „Unsichtbare Kirche Christi“, manchmal auch als der 'Universelle Körper des Herrn' bezeichnet.[68]
Um die Autorität mancher Geheimgesellschaften zu verstärken, wird zuweilen gerne mysteriös von „Unbekannten Oberen“ oder von geheimen Meistern gesprochen. Solche Suggestionen widersprechen jedoch dem Sinn von esoterischen Gesellschaften, deren Ziel es sein sollte, die Wahrheit zu erforschen, zu erkennen und das Bewusstsein zu erweitern, statt Furcht, Angst und Unwissenheit zu verbreiten. Organisationen und Geheimgesellschaften die sich hinter mysteriösen und geheimen Unbekannten Oberen oder Unbekannten Meistern verstecken, sind meistens der schwarzen Magie nahestehend.[* 36]
Wer im L.R. Schüler werden will, muss Betätigungen in politischen, kirchlichen, esoterischen oder noch anderen Organisationen zukünftig unterlassen, also beenden. Nach Meinung des L.R. gehören die genannten Betätigungen zum Bereich der „dialektischen“, also verdorbenen Welt. Damit darf ein L.R.-Schüler nichts zu tun haben. Deshalb wird jedes Mitglied aufgefordert, alle seine Talente, Kräfte, Fähigkeiten und Vitalitäten primär für die Arbeit des Lectorium Rosicrucianum zur Verfügung zu stellen. An denjenigen, die trotzdem der Meinung sind, dass eine politische, soziale, karitative oder humanitäre Betätigung sinnvoll ist, wird die Bruderschaft des Rosenkreuzes nicht ein Fünkchen Energie verschwenden. Den Schülern wird regelmäiß auf L.R.-Veranstaltungen suggeriert, dass die Teilnahme an L.R.-Aktivitäten allerhöchste Priorität in ihrem Leben besitzt, noch vor Familie, Beruf oder Freizeit. [69]
Dädalus und Ikarus, Relief in der Villa Albani, Rom
Das Lectorium Rosicrucianum hat mit dem klassischen Rosenkreuzertum nichts zu tun, denn der Name 'Rosenkreuzer' ist nicht geschützt und kann von jedermann nach Bellieben verwendet aber auch missbraucht werden. Der größte Teil der Lehren des L.R. stammt aus den bekannten Büchern der Adyar-Theosophie der Theosophische Gesellschaft Adyar, von Max Heindel und Rudolf Steiner.[* 37]
Seit den 1920er und 1930er Jahren traten verschiedene Weltanschauungsgruppen in Erscheinung, die die Begriffe 'Rosenkreuz' bzw. 'Rosenkreuzer' wiederentdeckt hatten, mit deren Hilfe sie ihre besonderen Ideen und Überzeugungen verbreiten wollten, obwohl inhaltliche oder geistige Bezüge zu den klassischen Rosenkreuzer-Schriften des 17. Jahrhunderts nicht zu erkennen sind. „Zwei von ihnen (Lectorium Rosicrucianum und […]) wenden sich mit ihrer Werbung auch an eine breitere Öffentlichkeit und haben dadurch einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.“[70] Für die L.R.-Rosenkreuzer gilt der Opfertod Jesu am Kreuz als „Truglehre“. Christus wird nicht als Person, sondern als Strahlungskraft angesehen, die im L.R. als Feueräther bezeichnet wird.[71]
Der Begriff „Universelle Lehre“, ist ein dialektischer Ausdruck des Lectorium Rosicrucianum (L.R.). Wie diese seltsame Bezeichnung zustande kam, ist unbekannt.[* 35]
Das L.R. nennt sein System „Universelle Lehre“ und benennt dafür drei grundlegende Merkmale:
Die Anschauung, dass der Mensch als zusammengesetztes Lebenssystem ist, das man als Mikrokosmos bezeichnet.
Die Lehre der Transfiguration oder des Persönlichkeitswechsels in diesem Mikrokosmos.
Die Lehre der 2 Naturordnungen, nämlich der ursprünglich göttlichen und der dialektisch-vergänglichen Welt. Die Philosophie des L.R. stellt dieser dialektisch-vergänglichen Welt eine statische Naturodnung entgegen, die der Schüler über den Brennpunkt namens Shamballa erreichen kann. Durch diese Definition der zwei Naturordnungen geht man im L.R. demTheodizeeproblem, dem klassischen philosophischen und theologischen Problem von der Existenz eines allmächtigen, allgütigen und allwissenden Gottes, aus dem Weg.[* 4]
Im Lectorium Rosicrucianum sieht man im Gegensatz zu den meisten anderen Religionsgemeinschaften das Jenseits als einen Teil der irdischen Sphäre an.[72]
Die hohle Erde von William Bradshaw
Edmund Halley erfand die Hohlerde-Theorie
Im Anschluss an die Aquariuskonferenz unternahm van Rijckenborgh mit seinem Gefolge, im Auftrag einer unsichtbaren Universellen Bruderschaft, eine Reise nach Brasilien. Dort will er angeblich mit einer unterirdisch lebenden menschlichen Gemeinschaft zusammen getroffen sein, die sich die Bruderschaft von Goias nennt. Dies entpuppte sich jedoch als Lüge, da sich später herausstellte, dass es sich dabei nur um eine andere okkulte Gruppe handelte. Silvester 1967 berichtete van Rijckenborgh dann, dass es drei Sphären im Inneren der Erde gibt, nämlich Agartha, Duad und Shambala:
Schalenaufbau der Erde
In einer Einführungsschrift des L.R. wird behauptet, dass sich Die Bruderschaft von Shamballah im Herzen der Welt befindet, und dass diese der Brennpunkt sei, wovon die Leitung der Welterlösung durch Jesus Christus und seine Hierarchie ausgeht. Die Bruderschaft von Shamballah sei die Stadt der Götter, die für den L.R.-Schüler bei bestimmtem geistigen Fortschritt schließlich die Pforte zur Freiheit bildet. Henk Leene, der Sohn und Nachfolger Jan van Rijckenborghs, distanzierte sich in einem Brief vom 22. Dezember 1970 von diesen kolportierten Geschichten seines Vaters, da die Schilderungen von Shamballah als dem Ort der ewigen Finsternis bereits Jahre zuvor sinngemäß in einem Fantasy-Roman von Ferdinand Ossendowski („Tiere, Menschen, Götter“, Frankfurt 1923) erschienen waren.[* 39]
Die erste Theorie auf wissenschaftlicher Grundlage, dass die Erde bewohnte Hohlräume aufweist, wurde 1691 von Edmund Halley vorgeschlagen. Halley suchte nach einer Erklärung für die Magnetfeldabweichungen der Erde und nahm an, dass die Erde aus einer zentralen Kugel und sie konzentrisch umgebenden drei Hohlkugeln bestehe, etwa von der Größe des Mondes sowie der Planeten Merkur und Venus. Jeder dieser Körper hätte ein eigenes Magnetfeld, und da sie sich verschieden schnell drehten, ergebe sich auf der Oberfläche der Erde das damals gemessene, sich verändernde Gesamtmagnetfeld. Da man damals davon ausging, dass alle Himmelskörper bewohnt seien, besiedelte er auch die inneren Planeten der Erde. Diese Hohlerde-Theorie war die erste Schlussfolgerung aus der neuen Gravitationstheorie Newtons in den Principia. Der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler diskutierte etwa zur gleichen Zeit in seinen Lettres à une princesse d’Allemagne, ob die Erde (wie auch die anderen Planeten) hohl und von einer inneren „Sonne“ erleuchtet sei, „die einer hochstehenden innerirdischen Menschheit Wärme und Licht spendet“. Diese antiquierten Theorien der hohlen Erde beeinflussten auch Edgar Allan Poes Werk „Arthur Gordon Pym“ und wurden durch Jules Vernes Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ allgemein bekannt.
Heute ist der Innere Aufbau (einschließlich des Dichteverlaufes, des Magnetfeldes und der thermischen Bilanz) der Erde bekannt und Hohlräume sind zur Erklärung der Eigenschaften der Erde nicht mehr nötig.
Umpolung der natürlichen Chakradrehung von rechts nach links
Ziel des L.R. ist, die sich ursprünglich im Uhrzeigersinn von links nach rechts drehenden Chakren bei allen Schülern umzupolen in sich von rechts nach links drehende Chakren. (s. J.v. Rijckenborgh: „Die Ägyptische Urgnosis“ Band 4 Kapitel 8).
Die Linksdrehung der Chakren (entgegen dem Uhrzeigersinn) bedeutet jedoch nach Max Heindel eine ungeordnete, negative Methode einer rückläufigen [!] Entwicklungsbahn, wodurch man zum Medium wird.[73]
Die walisische Rosenkreuzerin und Theosophin Dion Fortune schreibt in ihrem Buch „Selbstverteidigung durch PSI“, dass die Rechtsdrehung der Chakren dem Gottessinn und der evolutionären Entwicklung entspricht. Linksdrehende Chakren sind jedoch contra-evolutionär und bedeuten Widersinn. Um ein Chakra anzuhalten, bevor der Lebensenergie-Motor umgekehrt laufen kann, ist wie ein großes Schwungrad anzuhalten, was viel zwanghafte Kraft erfordert. Außerdem muss der Motor zunächst angehalten werden, um das Chakra danach andersherum drehen zu lassen. Die normale und gesunde rechtsdrehende Bewegung der Chakren ist «gottessinnig», vorwärts im Strom der Evolution. Dion Fortune rät allen Lesern, sie sollten es sich viele Male überlegen, bevor sie daran gehen, auch nur für einen einzigen Augenblick die Drehung der Chakras umzukehren, weil sie dann ein Werk der Verfluchung oder des Todes ausführen. Das alte Sprichwort: «Man muss auch den Teufel bezahlen!» wird sich ansonsten bewahrheiten. Dion Fortune hält es für fraglich, ob man eine einmal in Gang gesetzte Linksdrehung der Chakren überhaupt wieder rückgängig machen kann und bezweifelt ernsthaft ob es so etwas wie einevorübergehende gotteswidrige Umkehr der Umdrehung der Chakren gibt.[74]
Die Neugnostiker des L.R. schließen sich von allen anderen Rosenkreuzern scharf ab und behaupten von sich „die einzigen und wahren“ Nachfolger der alten Rosenkreuzer - und zwar „seit Anbeginn der Welt“ - zu sein.[75] Am Anfang seiner Suche steht der Mensch vor drei großen Fragen: Woher komme ich? Was bin ich? Wohin gehe ich nach meinem Tode?
Kein Mensch kann aus seinem Naturzustand erlöst und befreit werden, wenn er keine Antwort auf diese drei Fragen, die im L.R. die „drei fundamentalen Mysterien“ genannt werden, kennt. Zwei Möglichkeiten sind gegeben: Zum einen der Weg der 100 Billionen Wiederverkörperungen und zum anderen der Weg der Befreiung durch die Universelle Bruderschaft des Rosenkreuzes.[76] Zudem bezeichnet das Wort Gnosis ohnehin ein religiöses Geheimwissen, das die Gnostiker nach eigenem Verständnis von der übrigen Menschheit abhebt. (Aus: Wikipedia, Stichwort „Gnosis“).
Gruppeneinheit und Gruppenbewusstsein sind die Grundpfeiler der L.R.-Philosophie. Das vom L.R. propagierte Gruppenbewusstsein gehört jedoch immer dem schon rückläufigen, involutionären Teil der Entwicklung an, denn das höchste Ziel eines Adepten ist niemals die Erlangung eines Gruppenbewusstseins, sondern immer die Erlangung eines erweiterten Einzelbewusstseins, das ihn schließlich mit dem göttlichen Bewusstsein vereint. Naturgemäß ist dann ein solches Bewusstsein vereint mit jedem anderen Bewusstsein, das diese Stufe erreicht hat. Die Entwicklungsstufen des Bewusstseins werden in ihrer Entwicklung von unten nach oben wie folgt beschrieben: Egoismus -> Natürliches Bewusstsein -> Bruderschaftsbewusstsein (Herdentrieb) -> Kollektivbewusstsein -> Göttliches Einzelbewusstsein.[* 40]
Siegfried der Drachentöter
In der Esoterik wird der Begriff „Transfiguration“ erstmalig 1885 von dem kantianischen Philosophen Karl Robert Eduard von Hartmann definiert. Eduard von Hartmann bezeichnete mit dem Begriff „Transfiguration“ einen Persönlichkeitswechsel bei einer Versuchsperson. So sprach er von einer geglückten Transfiguration, wenn eine somnambule Person von einem Hypnotiseur die Suggestionannahm bzw. den Befehl kritiklos akzeptierte, eine andere Person zu sein, als sie im Alltag normalerweise ist.[77]
In der Nachkriegszeit ist die Transfiguration auch eines der Ziele des Lectorium Rosicrucianum, und zwar im Sinne eines Persönlichkeitswechsels im Mikrokosmos, woraus sich dann als Folge dieser „Wiedergeburt“ einschneidende Änderungen der persönlichen Lebensverhältnisse ergeben, wie zum Beispiel Abschaffung des Fernsehers, Austritt aus der Kirche, Stiftung von Geld und Grundbesitz usw.[* 41][78]
Der Mensch, der im L.R. als Mikrokosmos betrachtet wird, braucht zu seiner Erlösung eine Persönlichkeit, die bereit ist sich durch Ichersterbung freiwillig und planmäßig zu opfern. Man bezeichnet diesen Vorgang, bei dem angeblich eine neue, unsterbliche Persönlichkeit entsteht, ausdrücklich als Persönlichkeitswechsel, um sich mit dieser Wortneuschöpfung von der Definition Persönlichkeitsspaltung oder der Persönlichkeitskultur zu distanzieren. Bis jedoch der vom L.R. beabsichtigte Persönlichkeitstausch endgültig vollzogen werden kann, stehen sich im Menschen diese beiden Persönlichkeiten gegenüber, wird die alte Persönlichkeit sozusagen von der Neuen überschattet. Stirbt der Mensch bevor dieser Persönlichkeitswechsel komplett vollzogen ist, so kommt er, sofern ein gewisser Mindestaufbau der neuen Persönlichkeit stattgefunden hat, angeblich nicht ins Jenseits, sondern ins Vakuum von Shambalah im Erdinneren, von wo aus die Transfiguration weitergeführt wird. Das L.R. suggeriert seinen Mitgliedern, sie könnten diesen Persönlichkeitswechsel nur mithilfe der exklusiven Gruppe der L.R.-Schüler gehen. Allein kann ein Mensch nichts bewirken.[79]
Um sich optimal auf den Transfigurismus im L.R. einzustimmen, muss sich schon der Vorbereitende Schüler im 1. Jahr in ein aus 10 Geboten bestehendes Programm einordnen, wovon das 9. Gebot („Schlüssel zum Transfigurismus in 70 Fragen und Antworten“, Haarlem 1959, S.21/22) lautet: „9. Sie sollen mit einem möglichst hohen Beitrag die Schule unterstützen.“[* 42]
Im L.R. werden die Karma-Samsara-Lehren der Billionen Geburten und Wiederverkörperungen vertreten, aus deren Kreislauf nur die rosenkreuzerische „Transfiguration“ erlösen könne.[80]
Die „Evangelische Informationsstelle: Kirchen, Sekten, Religionen“ (Wettsteinweg 9, 8630 Rüti ZH Schweiz) bezeichnet die Lehre des Lectorium Rosicrucianum als nicht kohärent, komplex aufgebaut und schwierig zu erfassen, weil eine verwirrende Vielzahl von Begriffen verwendet wird, die von Publikation zu Publikation wechseln. Das führt zum Beispiel im Falle des L.R.-Begriffes „Transfiguration“ zu vielen Missverständnissen, da im L.R. dazu verschiedene Theorien existieren, wie dies genau geschehen soll und vor allem, wie nun der Mensch in der Praxis dabei mitwirken kann. Deshalb fände man es konsequenter, wenn sich das L.R. von seinen heute nicht mehr vertretenen Lehrideen trennen würde, was aber nicht stattfindet, da im Gegenteil Werke aus den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder in Neuauflagen erscheinen, obwohl das nicht zur Klärung der Lehre beiträgt.
Das Einweihungsschema, welches von Rijckenborgh im Buch „Dei Gloria Intacta“ darlegt, spielt im System des L.R. praktisch keine Rolle.[* 43]
Augen und Nerven (Meyers)
Im Laufe seines Schülerweges wird ein L.R. Mitglied durch die Umleitung der Schöpfungskraft (Sexualmagie) unbewusst hellsehend. Diese Art von Hellseherei wird im L.R. „Ätherisches Sehen“ genannt und entwickelt sich immer über die Augennerven. So kündigte J.v. Rijckenborgh bereits 1964 an, das die L.R. Schüler in naher Zukunft oft von diversen Augenkrankheiten hören werden, die durch das okkulte L.R.-System verursacht werden können. Dieser Sachverhalt wäre auch die Ursache für die Brillen der höchsten Würdenträger beim L.R.: C. de Petri und J.v. Rijckenborgh.[* 44]Wer seinen Weg im Sinne des L.R. nicht mit voller Überzeugung und Selbstübergabe geht, dem drohen nach J.v. Rijckenborgh Geschwüre und Krebswucherungen im Körper. Das L.R. vertritt die unwissenschaftliche Auffassung, dass die Krebskrankheit eine Folge des Streits zwischen Seele und Materie ist und behauptet Krebswucherungen würden durch erdgebundene Zellen des Körpers gebildet, um die, bei durch die angeblich bei rein geistig gerichteter Lebenshaltung gebildeten neugeborenen Zellen, völlig zu vernichten. Das L.R. behauptet weiter, dass die einzige wirkliche Auflösung durch Zuführung von Licht, Harmonie und Einheit zustande käme, während Krebszellen durch ichzentrales und an die Materie gebundenes Leben weiter wuchern.[* 45][81]
Das L.R. strebt bei den Schülern des 4., 5. und 6. Grades die Linksdrehung der Chakren an. Personen mit linksdrehenden Chakren können nach Max Heindel sporadisch hellsichtige Momente erleben, die jedoch völlig unwillkürlich auftreten und nicht steuerbar sind, weil sie absolut mediumistisch sind. Durch den vom L.R. gewiesenen Weg wird man nach der Lehre Max Heindels, die in seinem Buch Die Weltanschauung der Rosenkreuzer veröffentlicht wurde, zu einem unwillkürlichen Hellseher.[82]
Der Schüler wird eindringlich ermahnt, möglichst viele Dienste und Konferenzen zu besuchen. Wer einem Zentrumsdienst fernbleibt, muss sich bei der Zentrumsleitung entschuldigen. Die Zentrumsleitungen fertigen lückenlose Anwesenheitslisten an. Aus diesen Listen ist ersichtlich, wer Dienste besucht hat, wer entschuldigt und wer unentschuldigt gefehlt hat. Jeder Schüler muss eine Mindestzahl von Konferenzen im Jahr besuchen.
Den Schülern wird bereits ab bekennendem Schülertum und verstärkt in der Inneren Schule suggeriert: „Sie müssen frei werden von der Kritik“ (Pkt. 8 der täglich zu lesenden geheimen Ekklesia-Lebensregel Nr. 1).
„Kritisch“ heißt jedoch laut Duden: „streng beurteilend, prüfend, wissenschaftlich verfahrend; oft für: anspruchsvoll; die Wendung bringend“. Nach dieser Definition gehört „kritisches Denken“ und ein „kritisches Bewusstsein“ zum lebensnotwendigen Bestandteil jedes Individuums in modernen, pluralen, demokratischen Gesellschaften, da man sonst leicht zum Spielball von Machtbesessenen werden kann.
Die jedoch von den Schülern geforderte Kritiklosigkeit führt dazu, dass die bei ihnen nach und nach schwindende Kritikfähigkeit auf ein absolutes Minimum reduziert ist, so dass die regelmäßig in den Sondertempeldiensten gegebenen Suggestionen und die erteilten Aufträge ungefiltert ins Unterbewusstsein eingeätzt werden. Ein schwaches Ich, Ichersterbung gehört zu den Hauptforderungen des L.R., macht hochgradig suggestibel. Das L.R. fordert von den Schülern, ihr Ich und ihren („alten“) Willen völlig aufzugeben, sogar sterben zu lassen, so dass die Schüler mit der Zeit durch die totalitäre Führungsriege immer leichter zu lenken sind. Dazu müssen sie ihren Willen dem Willen der Tempelsprecher unterordnen.
In den Sondertempeldiensten der Inneren Schule wird den Schülern/-innen suggeriert, dass bei ihnen ein „innerer Konflikt“ entsteht. Auch in der LR-Literatur wird auf das Entstehen eines „inneren“ oder „innerlichen Konfliktes“ bei den Schülern hingewiesen: In Rosa Mystica Nr. 123, Ägyptische Urgnosis Teil 4, Kapitel 10, siehe auch die L.R.-Konkordanz unter „Konflikt“. Viele Schüler der Inneren Schule berichten, dass sie z.T. gravierende „innere Konflikte“ verspüren, die sie psychisch und physisch außerordentlich belasten, deren Ursache zunächst in zum Teil völlig widersprüchlichen Aufträgen und Suggestionen der L.R.-Priester zu suchen ist. Der Begriff „Suggestion“ wird von Horst E. Miers im Lexikon des Geheimwissens eindeutig beschrieben: „’Suggestion’ ist der einer Person im Zustand der Passivität erteilte Auftrag. Zuweilen gibt es Widerstreit zwischen dem freien Willen der Person und der Suggestion, und die Person verfällt in eine Krise, ohne dass sie den ihr widerstrebenden Befehl oder Auftrag ausführte.“ Befehle und Aufträge die die unter strenger Geheimhaltung stehenden Schüler in einer speziellen Sitzhaltung, während geheimer Sondertempeldienste empfangen, führt beim Versuch diese auszuführen, obwohl diese oft paradoxerweise konträr zur bereits bekannten L.R.-Doktrin stehen, bei vielen Schülern regelmäßig zu heftigem Widerstreit zwischen dem freien Willen der betroffenen Person und dem suggerierten Auftrag. Durch solche Verwirrungspattern wird bei den Schülern die Kritikfähigkeit gegen Null heruntergefahren. Hinzu kommt, dass den Schülern laut den Ansprachen und den Regeln des L.R., die 3 x tagtäglich gelesen werden sollen, suggeriert wird, dass „Kritik“ etwas sehr Schlechtes sei und diese daher komplett abzulegen sei, und dass eine völlige Streitlosigkeit angestrebt wird. Die Gefahr besteht, dass es, je nach Ausmaß des „inneren Konfliktes“, zu enormen psychischen und psychosomatischen Belastungsstörungen und schließlich zu Krankheiten kommt.[* 46]
Die Indoktrination im L.R. geht so weit, dass die Mitglieder lernen, alles was mit dem L.R. zu tun hat kritiklos als gut und die Welt oder Außenwelt als etwas Schlechtes und Negatives, nämlich als die „Dialektik“ anzusehen. Auch wird den L.R.-Mitgliedern eine eigene Sprache antrainiert, die aus neuen Begriffen oder Wort-Redifinitionen bestehen, was sie von der Außenwelt trennt. Eine aufgesetzte Redeweise bestimmt für die Teilnehmer die Denkweise, was meistens dazu führt, das sie von der Außenwelt nicht mehr von ihren Gesprächspartnern verstanden werden und andersherum. Ferner werden im L.R. verschiedene Wahrheitsebenen geschaffen. In der Realität wirkt sich dies so aus, dass die internen Dinge einem Mitglied erst nach und nach enthüllt werden, je nach seinem Fortschritt. Manche würden von vornherein zurückschrecken, wenn ihnen die L.R.-Doktrin mit allen Konsequenzen (wie der strikten Geheimhaltung), in voller Klarheit von Anfang an zugänglich wäre. Die äußere Hülle, die das Lectorium Rosicrucianum zu seinem Schutz anwendet, damit die „naive“ Öffentlichkeit zufriedengestellt wird, zerfällt für die Anhänger erst, wenn die Lehre verinnerlicht und diese als die einzig „Wahre“, nämlich die „Universelle Lehre“ anerkannt wird. Zusammen, bilden diese Techniken „ein totalitäres Netz“, das selbst den willensstärksten Menschen manipulieren kann.[83][* 47]
In den letzten Jahrzehnten haben Zensuren der J.v. Rijckenborgh- und C. de Petri-Literatur stattgefunden. In den sogenannten „Überarbeiteten Auflagen“ findet ein Leser jedoch keinen Vermerk über die Weglassungen und Streichungen. Seit dem Tod Rijckenborghs wurden in den überarbeiteten Auflagen ganze Textpassagen umformuliert oder einfach weggelassen (z.B. über das Jahr 2001 oder die Schmähkritik gegen Staat, Kirchen und Konfessionen). J.v. Rijckenborgh hat ein Buch mit dem Titel "Licht über Tibet" geschrieben, welches den Schülern seit Jahrzehnten nicht mehr zugänglich gemacht wird. Der Buchautor H. E. Miers hat zutreffend beobachtet, dass bei etlichen Schriften Jan van Rijckenborghs erst nach dessen Tod seine Mitarbeiterin Catharose der Petri plötzlich als Mitautorin erscheint. (Zum Beispiel bei den 5 Titeln: Die Bruderschaft von Shamballah, Der Universelle Pfad, Die große Umwälzung, Die Universelle Gnosis, Das neue Zeichen.)[* 48][84]
Die
Methoden des Mind control, beschreiben als ein System von suggestiven
Mitteln, kombiniert mit gruppendynamischen Prozessen, das darauf
abzielt, die persönliche Identität einer Person (Glauben,
Weltsicht, Verhalten, Denkweise und Emotionen) zu erschüttern und
dann Schritt für Schritt mit einer neuen Identität zu ersetzen. Der
Hauptmechanismus ist dabei ein Angriff auf das persönliche
Selbstkonzept des Betroffenen und seine Fähigkeit zur eigenständigen
Selbstbewertung. Diese Verfahrensweisen lassen sich nur schlecht mit
dem landläufigen Begriff der Gehirnwäsche erfassen. Von
Gehirnwäsche im klassischen Sinne spricht man überwiegend dann,
wenn eine körperliche oder psychische Zwangswirkung angewandt wird,
deren sich der Betroffene bewußt ist .
Derartige
offene Zwangsmethoden kommen heutzutage selbst bei Sekten in aller
Regel nicht mehr zur Anwendung.
Der
Prozeß des Mind control erfolgt vielmehr auf subtile Weise und ohne
jegliche Zwangsanwendung. Das entscheidende ist, daß den Betroffenen
das Vorhandensein einer Beeinflussung gerade verschleiert wird. Diese
wirken an dem Prozeß selbst aktiv mit jedoch ohne vollständig
darüber informiert zu sein, was wirklich geschieht, dies wird als
noninformed consent bezeichnet. Das Endresultat eines erfolgreichen
Mind control ist der Aufbau einer zweiten, künstlichen Identität,
die sich kontrollierend
auf
die ursprüngliche Identität legt und quasi als alles bewertender
Filter wirkt, Das Mind Control im Lectorium wird Transfiguration
genannt und das traumatische Erdulden dabei Endura!
Von
normalen Arten der Einflußnahme, wie zum Beispiel durch Werbung,
Medien und so weiter, unterscheidet sich Mind control insofern ganz
erheblich, als erstere in der Regel nicht auf die Vermittlung einer
neuen Weltsicht beziehungs weise eine Änderung der
Gesamtpersönlichkeit abzielen; ihre Wirkungen bleiben im Vergleich
zu Mind control eher punktuell. Typisch für Mind
control
hingegen ist die Tatsache, daß die Betroffenen zu einer umfassenden,
oftmals dramatischen Neubewertung ihrer persönlichen Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft, kurzum ihres ganzen Lebens veranlaßt
werden.
Ein
aufmerksamer Leser wird an dieser Stelle anmerken können, daß es
bei einer spirituellen Praxis ja genau darum gehen soll, nämlich um
die Neubewertung des persönlichen Lebens
und
Weltbildes. Dagegen ist per se auch nichts einzuwenden. Im Falle von
Mind control wird diese Neubewertung jedoch, wie noch zu zeigen sein
wird, von außen und mit Hilfe von manipulativen Techniken
herbeigeführt. Diese Prozesse bewirken, daß die Fähigkeit des
Individuums zur eigenständigen Selbstbewertung schrittweise mit
einem scheinbar logischen und in sich geschlossenen Glaubenssystem
ersetzt wird, das den Anspruch erhebt, alles erklären und auf
schlichtweg alles im Leben die Antwort geben zu können. Die Welt
wird in dem Fall mit zwar
neuen
Augen" betrachtet, jedoch auf der Grundlage eines
abgeschlossenen neuen Glaubens und
Wertesystems,
das ein gedankliches Heraustreten und Infragestellen weder fördert
noch erlaubt.
So
sehen Conway und Siegelman in weitgehender Übereinstimmung
mit
den Autoren, die sich der Problematik des Mind control widmen, die
Ursachen dieser Persönlichkeitsverschiebung nicht in einem inneren
Wachstum, sondern in einer Unterminierung
oder
Reduktion der grundlegenden Funktionsweisen des Denkens und des
Fühlens, die einen essentiellen Bestandteil der individuellen
Bewußtheit und des Wollens formen. Die Betroffenen
fühlen
sich subjektiv erfüllter und glücklicher, tatsächlich verlieren
sie aber ihre grundlegende Freiheit zum eigenständigen Denken und
ihre Fähigkeit zur unabhängigen Selbstbewertung.
Kommen
die angesprochenen Methoden in spirituellen Gruppen zur Anwendung und
das ist im Lectorium der Fall, dann besteht
die
Gefahr, daß anstatt der erhofften spirituellen Entwicklung des
eigenen Selbst auf kaum
wahrnehmbare
Weise ein Täuschungs und Ersetzungsprozeß stattfindet, und zwar
indem ein neuartiges, künstliches Selbstbild eine
Pseudopersönlichkeit oder Pseudoidentität aufgebaut
wird.
Das Ergebnis ist in dem Fall also genau das Gegenteil dessen, wonach
die Betroffenen ursprünglich gesucht hatten. Mehr noch: Die durch
Mind control verursachten Persönlichkeitsstörungen können mitunter
so tiefgehend sein, daß ein jahrelanger Prozeß der
DeProgrammierung" und der therapeutischen Hilfe erforderlich
ist. Auf jeden Fall aber werden die Betroffenen aufgrund der
verdeckten Beeinflussungsprozesse zu einer Wahl veranlaßt, die sie
bei
verständiger
Würdigung der Sachlage so meist nicht getroffen hätten. Sie
verlieren hierdurch an Lebenszeit, Freiheit, Engagement und Geld,
alles Dinge, die sie für andere Zwecke hätten aufwenden können.
Der oftmals behauptete gute Zweck heiligt insoweit keineswegs alle
Mittel.
Um das Lectorium Rosicrucianum (L.R.) rankt sich ein Geflecht von verschiedenen europäischen Stiftungen, Buchverlagen und Nebenorganisationen die zum Teil das gleiche Logo (Kreis, Dreieck, Viereck) wie das L.R. verwenden, da sie nach ihren Angaben dem L.R. sehr nahe stehen und die Arbeit des L.R. unterstützen und fördern. Zwischen den einzelnen Leitungsgremien dieser verschiedenen Stiftungen und dem L.R. gibt es viele personelle Verzahnungen (Personalunion). Zu den Nebenorganisationen, Buchverlagen und Stiftungen des Lectorium Rosicrucianum, die eine Verbreitung der L.R. Anschauungen und Methoden zum Inhalt haben, zählen:
Stiftung zur Förderung der internationalen Arbeit der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum (INS) Eintrag ins Handelsregister: 22. November 1990. Rechtssitz der Firma: Zürich (ZH). Gründung: 23. Oktober 1990. L.R.-Logo: Kreis-Dreieck-Viereck. Gemäß Firmenverzeichnis des Kanton Zürich, Stand 14. Dezember 2009, gegründet zum Zweck der weltweiten Bekanntmachung der Mysterien der ursprünglichen universellen Religion und um die Verbindung der Menschheit mit der unsichtbaren Kirche und der fundamentalen Religion, der sogenannten Disciplina Arcani, indem weltweit internationale Aktivitäten der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum finanziell unterstützt werden. Gemäß einem Schreiben der INS vom Frühjahr 1996 an alle Schüler des L.R., kommt ein bedeutender Teil der aktiven Förderung durch die INS, der „Rozekruis Pers“ [= Die niederländische Stiftung „Stichting Rozekruis Pers“, ein Buchverlag mit Sitz in Haarlem / Niederlande] zu, die für die weltweite Verbreitung der Literatur des Lectorium Rosicrucianum, verantwortlich ist. Laut 12. Jahresbericht der INS für das Berichtsjahr 2002 vom Juli 2003 kam es Mitte des Berichtsjahres 2002 zu grundlegenden Veränderungen in der Verwaltung der INS, weil die INS personell von der „Schweizerischen Stiftung Lectorium Rosicrucianum“ getrennt wurde, weshalb sich der Verwaltungssitz der INS nicht mehr in den Büros der Verwaltung der Schweizer Stiftung in Lenzburg befindet. Unklar ist, wer jährlich die Mitglieder des INS-Stiftungsrates wählt. Weltweit haben die LR-Schüler keinen Einfluss auf die personelle Besetzung der INS mittels demokratischer Wahlen.
Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts mit Sitz in Birnbach/Ww. / Deutschland; Gründung: März 2007. Zum Stiftungsvermögen der „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“ gehört der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“ (ebenfalls mit Sitz im in Birnbach/Ww.). Auf der Internetseite der „Stiftung Rosenkreuz“ heißt es im Jahr 2009: "Gründer der 'Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts' ist die niederländische Stiftung 'Stichting Rozekruis Pers', die eng verbunden ist mit der Rosenkreuzer-Bewegung 'Lectorium Rosicrucianum', und zusammen arbeitet mit der „Bibliotheca Philosophica Hermetica“, Amsterdam.
Stiftung Internationale Spirituelle Leitung der Religionsgemeinschaft Lectorium Rosicrucianum (I.S.L.) mit Sitz in Santpoort / Niederlande (gleichzeitig Sitz des „Rosenhofs“/"De Rozenhof") Gründung: 1997. LR-Logo: Kreis-Dreieck-Viereck. Weltweit haben die L.R.-Schüler keinerlei Einfluss auf die Besetzung der I.S.L., weil die Ernennung der I.S.L.-Mitglieder „von oben“ erfolgt, also durch Entscheidung des I.S.L.-Gremiums selbst. Der I.S.L. gehörten im Jahr 2008 eine Frau und 12 Männer an, die Mehrzahl von ihnen aus den Niederlanden. Weltweite Spendeneinnahmen von Schülern und Mitgliedern des L.R., insbesondere aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz.
Rosenhof / De Rozenhof mit Sitz in Santpoort / Niederlande (gleichzeitig Sitz der I.S.L.) der aus Sicht der Mitglieder des L.R. ein okkultes Fernheilungszentrum ist.[* 49] Hervorzuheben ist, dass der zentrale Sitz der I.S.L. der „Rosenhof“/"De Rozenhof" in Santpoort/ Niederlande ist. Alle Geldspenden der weltweit an das L.R.-Fernheilungszentrum „Rosenhof“ angeschlossenen kranken L.R.-Schüler fließen in die Kasse der „Stiftung Internationale Spirituelle Leitung I.S.L.“.
Die niederländische Stiftung „Stichting Rozekruis Pers“, ein Buchverlag mit Sitz in Haarlem / Niederlande, in unmittelbarer Nähe der L.R.-Hauptzentrale „Headquarters“. L.R.-Logo: Kreis-Dreieck-Viereck. Die niederländische Stiftung „Stichting Rozekruis Pers“ ist wiederum Gründerin der deutschen „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“.
DRP Rosenkreuz Verlag GmbH, ein Buchverlag mit Sitz in Birnbach/Ww. / Deutschland. L.R.-Logo: Kreis-Dreieck-Viereck. Eigentümer der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“, ist die „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“, das heißt der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“ gehört zum Stiftungsvermögen der „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“. Geschäftsführer der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“ sind L.R.-Mitglieder aus den L.R. Leitungsgremien.
Bibliotheca Philosophica Hermetica/ J.R. Ritman Library mit Sitz in Amsterdam/ Niederlande. Enge Zusammenarbeit mit dem L.R. und mit den L.R.-verwandten Stiftungen. Der Gründer der Bibliothek, Herr Joost R. Ritman, ist Mitglied des internationalen L.R.-Leitungsgremiums "Internationale Spirituelle Leitung" (I.S.L.).
Die Jan van Rijckenborghschool mit Sitz in Heiloo und Hilversum/ Niederlande.
Die Stiftung Stichting Lectorium Rosicrucianum mit Sitz in Haarlem/ Niederlande. Niederländische Registriernummer: 518367. KvKnr.: 41223019.
Die Stiftung Stichting Lectorium Rosicrucianum mit Sitz in SANTPOORT-ZUID/ Niederlande. Niederländische Registriernummer: 518398. KvKnr.: 41227484.
Die Stiftung Stichting Scholen van het Rozenkruis mit Sitz in Hilversum/ Niederlande.
Jan van Rijckenborgh :
Der Ruf der Rosenkreuzer Bruderschaft, 3. Auflage, 361 Seiten, ISBN 90-6732-011-0
Das Bekenntnis der Bruderschaft des Rosenkreuzes, 3. Auflage, 99 Seiten, ISBN 90-6732-111-7
Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz Teil 1, 3.Auflage, 301 Seiten, ISBN 90-6732-152-4
Die Ägyptische Urgnosis Teil 1, 4. Auflage, 255 Seiten, ISBN 90-6732-071-4
Die Chinesische Gnosis, 2. Auflage, 479 Seiten, ISBN 90-6732-026-9
Es gibt keinen leeren Raum, 2. Auflage, 89 Seiten, ISBN 90-6732-097-8
Das Mysterium von Leben und Tod, 6. Auflage, 69 Seiten, ISBN 90-6732-081-1
Das Nykthemeron des Apollonius von Tyana, 4. Auflage, 140 Seiten, ISBN 90-6732-080-3
Der kommende neue Mensch, 5. Auflage, 330 Seiten, ISBN 90-6732-093-5
Die Gnosis in aktueller Offenbarung, 4. Auflage, 282 Seiten, ISBN 90-6732-107-9
Catharose de Petri
Das Siegel der Erneuerung, 2.Auflage, 108 Seiten, ISBN 90-70053-86-1
Sieben Stimmen sprechen, 2. Auflage, 126 Seiten, ISBN 90-6732-015-3
Transfiguration, 3. Auflage, 52 Seiten, ISBN 90-6732-153-2
G. Quispel
Die Hermetische Gnosis im Lauf der Jahrhunderte, 695 Seiten, ISBN 90-6732-238-5
Jacob Slavenburg
Die geheimen Worte, 248 Seiten, ISBN 90-6732-259-8
Ein Schlüssel zur Gnosis, 131 Seiten, ISBN 90-6732-292-X
Urknall des Christentums, ISBN 978-3-938540-13-8
Konrad Dietzfelbinger
Mysterienschulen, Diederichs Verlag, München 1997, 352 Seiten, ISBN 3-424-01355-2
Der spirituelle Weg des Christentums, Diederichs Verlag, München 1998, 600 Seiten, ISBN 3-424-01403-6
Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi, Königsdorfer Verlag, 2004, 270 S., ISBN 3-9807847-3-8
Pythagoras – Spiritualität und Wissenschaft, Königsdorfer Verlag, 2005, 291 S., ISBN 3-9807847-5-4
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www.rosenkreuz.de Webseite der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes, Lectorium Rosicrucianum e.V, Deutschland.
www.stiftung-rosenkreuz.de Stiftung zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts.
www.neue-rosenkreuzer.de/material/material-25.html Informationen aus dem Buch „Neue Rosenkreuzer“ von Harald Lamprecht.
Lectorium Rosicrucianum bei relinfo.ch Darstellung der Evangelischen Informationsstelle: Kirchen – Sekten – Religionen
Lectorium Rosicrucianum Dossier Sammlung kritischer Texte
www.ekd.de – Information Nr. 71 – der ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Im Kapitel III „Dei Gloria Intacta“ findet man unter den 4 größeren in Deutschland mehr oder minder straff organisierten aktiven Rosenkreuzergemeinschaften mit Ordenscharakter ab Seite 29 eine ausführliche Beschreibung des Lectorium Rosicrucianum.
„Neue Rosenkreuzer“: Handbuch von Harald Lamprecht Leseproben, Ergänzungen, Kommentare und weiteres Material zu dem Buch „Neue Rosenkreuzer“ von Harald Lamprecht, erschienen im Verlag Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2003. Im Kapitel „Gnostisches Rosenkreuzertum“ findet man ab Seite 250 ausführliche Informationen über das Lectorium Rosicrucianum.
Kategorie:Rosenkreuzerorganisation
Informieren!........Aussteigerforum!.............. http://lectorium.xobor.de .........
Transfiguration

22 Jahre war ich im Lectorium Rosicrucianum gefangen, in in einer Organisation, die eine vollkommene Persönlichkeitsspaltung durchführt, um Menschen zu binden und zu willenlos handelnden Werkzeugen zu machen!
Ein willenloser Mensch in Mitten guppierter Menschen zu sein ist übrigens keineswegs der spirituelle Zustand jenseits des Ego, von dem viele Mystiker berichten, sondern es ist eine Variante der Sklaverei.
„Normale Spiritualität“ findet, so weiss ich inzwischen, durch eine unforcierte Kultivierung des Herzens statt. Dadurch entfaltet sich der Mensch aus seiner Individualität heraus, als integrierte Persönlichkeit.
(Mystik ist keinesfalls ein geringer Erkenntnisweg! Mystik kommt vom griechischen "myein" = "die Augen schließen und verstummen, sich versenken. Ein goldenes Haupt zeigt nur die Art des Denkvermögens, derjenige kann mit dem Kausalkörper arbeiten aber er hat nicht notwendigerweise die Augen geschlossen! Viele wenn nicht die meisten sind hypnotisiert von den Projektionen ins Akasha! Das Schließen der Augen auch für die Selbst und Fremdbespiegelung der Gedanken ist etwas ganz anderes!)
Durch lebensbedrohliche Ereignisse oder durch ein wirklich echtes Herzensbedürfnis der Menschheit zu dienen, kann der Mensch in Zustände jenseits des Ego gelangen.
Obwohl in der Organisation in der ich gefangen war, die Begriffe Spaltung und Kultivierung im Zusammenhang mit Spiritualität erwähnt wurden, wählte man geschickterweise dort den Begriff Transfiguration. D.h man führt mit dem Menschen dort eine Transfiguration durch.
Nun was ist Transfiguration?
Transfiguration ist nichts anderes als eine magisch herbeigeführte Spaltung einer vormals integrierten Persönlichkeit!
Dazu läßt man den Menschen anfänglich regelmäßig in magisch präparierten Tempeln „atmen“.
Gleichzeitig versetzt man ihn in somnabule Trancezustände und setzt den Menschen beständig„double bind Suggestionen“ aus, die z.B. „Zerreissen Sie das Band, das Sie an die Natur bindet“, lauten.
Da der Mensch Natur ist=1 , kommt er in einen unauflöslichen Konflikt, wenn man ihn auffordert das Band mit seinem Sein=1, zu zerreißen=2 . Das bedeutet das Suggestionen die das Sein oder der Natur entgegengesetzt sind, ein mentales Paradoxon installieren, eine mentale Zweifach-Bindung, die mental überaus unsgesund wirken wird!
Folge ist bei solcher Art beständigen Suggestionen eine Persönlichkeitsspaltung!
Die Spaltung muß nicht in einer schweren psychotischen Schizophrenie münden aber zumindest setzen die fortwährenden Suggestionen unter Trance, die Inspirationsfähigkeiten, Koordinationsfähigkeiten und die Abgrenzungsfähigkeiten, des Individuums massiv herab.
Und vorallem das Letztere ist von der Organisation erwünscht!
Diese Herabsetzung der Abgrenzungsfähigkeiten ist nun keineswegs „spirituell an sich“, sondern primär nützlich um die „dümmliche Herde“ im Plenum des jeweiligen Raumes, ihrer Kräfte zu berauben um sie jederzeit beliebig zu instruieren.
„Das Transfigurierte“ ist also der abgespaltene Seelenanteil der mit der Hypnose konform geht und jederzeit aktivierbar ist. Der andere Seelenanteil verbleibt im Wachbewusstsein, um noch das Selbstbild einer funktionierenden, intakten Persönlichkeit sein zu können.
Zu diesem System werden Menschen mit hypnotisch-magischen Fähigkeiten benötigt, die diese magischen Spaltungen durch double Bind Botschaften, durchführen!
Damit die Ethik des zur aktiven Hypnose vorgesehenen Magiers keinen Widerstand entwickelt, läßt man sich ca. 15 Jahre Zeit bis man damit beginnt diese hypnotische magische Anwendung gegenüber anderen Menschen, an die zur Auszubildung vorgesehenen, heranzutragen.
Zu diesem Zeitpunkt (ca. nach ca. 15 Jahren) muß der Einzelne dann im vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Massenhypnotischen Organisationssystem sein, damit eine eigene Ethik des Aussenders die magisch-hypnotischen Spaltungen der Menschen im Plenum, nicht mehr stören können.
Der Nutzen dieses Systems, das durch magische Rituale auch ins Zuhause getragen wird, wirkt auch von dort noch weiter! Das Ziel liegt in der Transferierung von Vitalkräften der Vielen die sich im Plenum befinden, zu jenen die in diesem System mit Magie sichtbare Verkörperungen von Vorstellungen in die Räume zu projizieren. Für diese Erzeugung von Bildern und Bildabfolgen, die zu den Axiomen der Gruppe werden sollen, werden diese Vitalkräfte der Unwissenden im Plenum gebraucht oder die Vitalkräfte werden sogar ins Jenseits transferiert.
Der/Die Sektengründer kamen wegen dieses „Melkeffektes“ aus dem Jenseits, um eine solche „Melkstation“ durch hypnotische Ausschaltung der Schutzfunktionen des Wachbewusstseins der Menschen im Diesseits durchführen zu können.
Also, ein "heilsame Spiritualität" beruht auf gut Denken, gut Begehren, gut Handeln, um zu einem bestimmten Moment, durch intensive Kontemplation im „Allguten“ zu landen. ---- also Herzens-kultur ------ „Selig die Reinen Herzens sind denn sie werden Gott schauen“, sagt Jesus z.B.
Antichristliche dämonische Magie, beruht auf der Spaltung von Menschen, die zu Opfern für die spaltenden Magier werden.
Dabei stört die Ethik! Denn Ethik könnte die willenlosen Werkzeuge, die im „Mittelfeld“ magisch tätig sein sollen, vom Tun abhalten.
Deshalb wird Humanität, Moral etc abgelehnt, Solidarität, Fürsorge, persönlicher Austausch durch ein magisches Kraftfeld unterbunden, Engagement in Gewerkschaften, Kirchen, etc wird als für die Transfiguration hinderlich bezeichnet!
Es geht also nicht um die vielen Worte um Absichtserklärungen und Behauptungen von der Kanzel und um die schönen Hochglanzbroschüren, sondern um die real wirksame Systematik, die in den Jahrzehnten stringent durchgeführt wird.
Ist es Mechanische, dumpfmachende Magie, die zur völligen Abhängikeit zum hypnotischen System führt oder erlebt man durch Herzkultur eine wachsende glückseeligmachende, Einheit und Erleuchtung?
Ich habe irgendwann begriffen was „Transfiguration“ ist und hoffe das der Teil in mir der schon für die Organisation nützlich abgespalten wurde, also transfiguriert war, bald an Entkräftung Mangels weiterer Hypnose stirbt.
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